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komme also verhältnißmäßig mehr Wärme in die Tiefe als Kälte, und dahermüsse die mittlere Temperatur des Bodens geringer sein, als die der Luft.
Stehen nun in dieser Tiefe Wasser, so werden sie die Temperatur ihrer Um-gebung annchmen, und die Quellen, welche von den Wassern gespeist wer-den, eben die Temperatur dieser Wasser besitzen. Umgekehrt sei es in derTropenzonc. Hier verlangsame die in der trocknen und kalten Jahreszeitsehr fest gewordene oberste Schicht des Bodens das Eindringen der tropi-schen Hitze, während die darauf folgenden heftigen Regengüsse jeneKruste nur langsam erweichen und die dann herrschende höhere Temperaturder Luft an sich tragend mit ihr bloß in die obersten Erdschichten cindrin-gen. Es erhalte also der tropische Boden im Ganzen weniger Wärme,als die Atmosphäre über ihm habe; folglich müsse das Mittel aus bei-den Temperaturen im Boden geringer sein, als in der Luft, und die Quel-len, welche aus der Tiefe der konstanten Temperatur herauskommen, müßtenkalter sein, als die mittlere Luft-Temprratur. Bischof leugnet diesenProzeß, er behauptet, daß in allen Fällen, wo Beobachter Resultate wiedie angedeutetcn fanden, lokale Ursachen die Schuld tragen, und daßQuellen mit konstanter Temperatur, welche von der Mittel-Temperaturihres Ortes abwcicheu, nicht aus der Region der mittleren Temperatur inder Tiefe ihren Ursprung nehmen, sondern aus einem ganz andern Niveauihren Wasscrvorrath entlehnen. Zunächst die kalten Quellen mit kon-stanter Temperatur rühren von Gewässern her, welche lange Zeit in höherenRegionen der Erdoberfläche verweilten und von der dort herrschenden kälternTemperatur abgckühlt wurden. Sie finden sich darum nur in gebirgigenGegenden, ganz besonders in tiefen Gebirgsthälern, und erhalten ihrWasser von den Höhen der Berge, größtcnthcilö aus hochgelegenen Ge-birgsseen, oder geradezu aus Gletschern, deren unterirdisch abfließcndc Ge-wässer sie zu Tage fördern. Anders verhalten sich die Thermen; ihrehöhere Temperatur zeigt auf einen tiefem Ursprung hi», weil die eigent-lichen Wasservorräthe aller warmen Quellen, deren Lage sich bestimmt Nach-weisen läßt, in größeren Tiefen angetroffen werden. Dies gilt zumal vonden künstlich crbohrten Quellen oder Artesischen Brunnen, welche aus einergenau bekannten Tiefe sich erheben; immer ist ihre Temperatur größer, alsdie mittlere Temperatur ihres OrteS, und zwar um so bedeutender, je tiefersie entspringen. Die vielfach besprochene, künstliche Quelle von Grenclle ,
bei Paris, deren Wasser in 1800 Fuß Tiefe crbohrt wurde, hat eineTemperatur von 22° Rcaum., neben der mittleren OrtStcmperatur von8« Reaumur. DaS erst kürzlich bei Neuffen in Schwaben bis zu