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in ihr drr gewaltige Unterschied von Tag- und Nacht-Temperatur; einWechsel, der eben so unbegreiflich sein würde, wie der Unterschied zwischender Sommer- und Winter-Temperatur in der gemäßigten Zone, wenn mandie Temperatur der Atmosphäre überhaupt von der Erdboden-Temperatur »ableiten wollte.
Schon auö dieser kurzen Betrachtung folgern wir mit allem Recht einecigenthümlichc Temperatur des ErdkörperS, die von der Temperatur in derAtmosphäre unabhängig ist. Auf die Beschaffenheit dieser seiner Tempera-tur näher eingehend finden wir zunächst, daß sie in Tiefen, bis zu welchendie Unterschiede der Lust-Temperatur nicht mehr hinabdringcn, entschiedenüber 0« sein muß, denn wäre sie unter 0°, so müßte alles Wasser in derErde gefroren sein, und das ist nur in sehr hohen Breiten an Orten derFall, deren mittlere Temperatur unter (>o fällt -). Da nun das Wassersehr leicht und schnell die Temperatur seiner Umgebung annimmt, so dürfteuns die Temperatur der an den verschiedensten Orten hervorricselnden Quel-len zunächst einige Aufschlüsse über die Temperatur der Erde selbst ertheilcnkönnen. Wir werden hierdurch veranlaßt, uns um die Qucllcutemperaturetwas näher zu bekümmern.
Die darüber eingestellten Untersuchungen haben zu verschiedenen Zeitenzwar von einander abweichende Resultate herbeigeführt, scheinen aber nachden neueren umfassenden Forschungen von Bischofs zu ihrem nunmeh-rigen definitiven Endcrgcbniß gelangt zu sein. Dieser sorgfältige Gelehrtehat besonders darauf hingewiescn, daß man die Quellen nicht von einemGesichtspunkte aus bcurtheilcn dürfe, sondern sowohl den Ursprung ihrerGewässer, als auch die Tiefe, auö welcher sie hcrvorströmen, genau beach-ten müsse, um über ihre Temperatur ein allgemeines Gesetz angeben zukönnen. Nach seinen Erfahrungen wechseln alle Quellen, welche aus denoberen Schichten der Erdrinde ihren Ursprung nehmen, oder als die un-mittelbaren Ablciter supcrficicller Gewässer: benachbarter Flüsse, Bäche,
Seen u. s. w. anzusehcn sind, ihre Temperatur in derselben Weise, wie
2) A. Erman hat dies Gesetz allgemein nachgcwicsen (Monatsbericht der Berlinergcogr. Gesellsch. I. 26). Es folgt daraus von selbst, daß Gegenden mit gefrornemBoden keine fließende» Quellen oder Brunnen haben können, wie cs die Bohrversuchc beiJakutsk bestätigen. Die Stärke des gcfrornen Bodens kennt man noch nicht; beiJakutsk thaut die Erdoberfläche im Sommer durchschnittlich 3—4 Fuß tief auf.
3) G. Bischof, Die Wärmelehre im Inner» der Erde. Leipzig 1837. 8. —
Dessen: Chemische Geologie. Bonn 1846. 8.