Msondcrö wichtig für dir Bestimmung der Bedeiweränderuiige», diedurch Erdbeben hervorgcbracht werden, ist der Antheil, den an ihnen dasMeer nimmt. Wir kennen kein Erdbeben von irgend einer Bedeutung,das, in den Bereich von Meeresküsten, fallend, nicht anch dieses Elementgewaltsam aufgeregt und zu Veränderungen der Niveauverhältnissc veranlaßthätte. Schon Pliniuö, der älteste Schriftsteller über die Phänomene,welche den großen Ausbruch des Vesuvs vom Jahre 79 unserer Zeitrech-nung begleiteten, spricht von einem auffalleirden Zurücktreten dcS Meereswährend der Eruption, das lediglich durch ein Emporsteigcn dcS NferS,oder wo dieses nicht stattfand, durch Schwankungen des Bodens, welchesich dem leichter beweglichen Elemente mittheilten, bedingt sein kann. Beidem geschilderten Durchbruch des Monte nuovo trat daS Meer gegen200 Fuß vom Ufer zurück, und da mit seinem Emporsteigen eine allge-meine Hebung dcS benachbarten Bodens zugleich erfolgte, so erklärt sich
Jahren, zuerst durch Celsius, auf diese merkwürdige Erscheinung hingcwicscn, könucuwir cs nunmehr für eine entschiedene, besonders von L. v. Buch fcstgcstcllic Thatsachcansehe», daß der ganze Küstcnraud Scandinavicns von Fricdrichshall bis nach Abo inFinland sich langsam über den Meeresspiegel erhebt und während der historische» Zeitwenigstens um 200 Fnß gestiegen ist. Die Hebung nimmt sichtbar ab, je weiter man nachSüden kommt, und ist an den Küsten Schonens unmerklich; dagegen zeigt sie sich nochdeutlich bei Stockholm und am sichtbarsten in der Gegend von Torncä und Pitea, woinnerhalb 30 Jahren gegen eine Meile breites Küstenland vom Wasser befreit wurde. Esscheint, als wenn 40 Zoll Steigung die Mittclzahl eines Jahrhunderts augicbt. Jndcßkann die Hebung nicht immer gleichmäßig zugcnommen haben, cs müssen auch Senkungenwieder cingetrctcn sein, wie andere Thatsachcn, namentlich eine in 00 Fuß unter derjetzigen Oberfläche nahe bei Stockholm aufgcfnndcnc Fischerhüttc, welche ursprünglich amMeercsufer stand, beweisen. Daraus würde hcrvorgcheu, daß Schweden abwechselnd sichhebe und senke oder wenigstens früher auch einmal sich gesenkt habe; und da dieselbe Er-scheinung , wie sonderbar es auch klingen mag, von einer Küstenstrcckc der Bai zu Bajä,wo der vielbesprochene Scrapistcmpel steht, mit den Bohrlöchern der Lithodomi in seinenSäulen, 23 — 28 Fuß über dem jetzigen Wasserspiegel, aufs Bestimmteste »achgcwicscnist (besonders durch Fr. Hoffman» in Karstcn's Archiv UI. S. 374), so würde sic auchfür Scandinavicn zulässig sein. Freilich scheine» Erdbeben und vielfache vulkanische Kräfte,welche mit den Vorgängen am Scrapistcmpel zu Bajä erwiesenermaßen im Zusammen-hänge stehe», die Hebung Schwedens nicht zu bewirken, denn cs fehlt durchaus an Beob-achtungen, welche »ns darüber Nachweis crthciltcn. Und doch muß das ganze Phänomenein örtliches, auf das nördliche Scandinavicn beschränktes sein, weil weder an den südlicbe»deutschen, noch an den westliche» dänischen Küsten der Ostsee eine ähnliche Zunahme desUfers bemerkt wird, eine solche aber nvthwcndig cintretc» müßte, wenn man die ErhebungSchwedens als nur scheinbar ausehen und die Zunahme dcö Küstenstrichs aus dem Fallendes gcsammtcn Ostsccspicgels hcrlciten wollte. —
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