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Geschichte der Schöpfung : eine Darstellung des Entwicklungsganges der Erde u. ihrer Bewohner ; für die Gebildeten aller Stände
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und Wasscrsuvth, furchtbarer noch als beide mit Stürmen vereint, wenndie tobende Windsbraut sich der Flammen beinächtigt, oder schäumendeWellen über die Ebenen treibt; denn stets ist die Zerstörung, welche dieseElemente anrichten, eine mehr örtliche, auf kleinere Flächen beschränkte.Aber die Erdbeben durchzucken mit einem Male ganze Provinzen, zerstörenmit einem einzigen Schlage die größten Städte, und begraben Tausende zugleicher Zeit unter ihren Trümmern. Nie hat eine FeucrSbrunst, eineWasscrsnoth, oder ein Orkan 40,000 Menschen auf einmal getödtct, wie1794 am 4. Februar das große Erdbeben, welches Quito zerstörte; oder175.7 bei dem Erdbeben, welches vom 1. November an Lissabon ver-heerte, und wobei 24,000 Menschen umkamen. In Calabrien rechneteman nach dein großen Erdbeben vom Februar 1783 über 30,000 Todte;das Erdbeben zu Caracas am 26. März 1812 begrub 10,000 durchvorangegangcnc leichtere Stöße sorglos gewordene Einwohner unter denTrümmern der Stadt H.

Phänomene von so gewaltigen Wirkungen können nicht ohne Einflußsein auf die Gestaltung der Erdoberfläche, und da unter allen bisher betrach-teten UmwälzungSursachcn die Erdbeben offenbar die großartigsten sind, sowerden wir schon deshalb ihnen eine Hauptrolle in den Rcvolutionscpochcnzucrkennen müssen. Von ihrer Bedeutung in diesen werden wir aber nurdann eine klare Vorstellung gewinnen können, wenn wir ihre Wirkungen ingegenwärtiger Zeit genauer kennen gelernt haben.

Die Bewegungen des Bodens, welche wir mit dem Namen von Erd-beben belegen, zeigen eine dreifache Verschiedenheit, und sind thcils stoß-förmige, thcils wellenförmige, thcils wirbelnde. Wie verschiedenin sich diese drei Bewegungen auch seiu mögen, dennoch scheint keine alleinein Erdbeben von irgend einer Bedeutung zu bilden, vielmehr in jedem jenach den verschiedenen Standpunkten der Beobachter die eine oder die andereBewegung sich gleichzeitig kund zu geben. Am seltensten jedoch, und immernur bei den gewaltigsten Erschütterungen, hat man die wirbelnde oder dre-hende Bewegung wahrgcnommcn. Kleine einfache Schwankungen des

1) Das Jahr 1846 ist außerordentlich reich a» Erdbeben und vulkanische» Erschei-nungen gewesen; zu den bedeutendsten gehörten das Erdbeben in Toscana am 14. August,und die große Eruption des Hekla seit dem 2. September 1848. In Deutschland wurdenbesonders die Rheingegendcn am 29. Juli heftig erschüttert. Bergt, die Schriften vonNöggerath (das Erdbeben v. 29. Juli. Bon» 1847. 4.) und Bogner (das Erd-beben und seine Erscheinungen. Franks, a. M. 1847. 8.)