bcstm durch Untersuchungen gegeben werden können, welche auSzumittelnsich bemühten, warum nicht alle, sondern nur einige sehr wenige Lavaströmcder späteren Zeiten glasartige sind. Dazu boten Beobachtungen an künst-lichen Gläsern die Hand. Man hatte nämlich schon am Anfänge deSvorigen Jahrhunderts die Beobachtung gemacht, daß dicke Glaöstücke, wennsie langsam und sehr allmälig erkalteten, ihre klare durchsichtige Beschaffen-heit verloren und gleich dein Pechstcin ein cmailartiges Ansehen erhielten(Reaumur'schcö Porzellan). Diese Entdeckung blieb lange unbeachtet, führteaber doch endlich zu denn Resultat, daß die langsamere Erkaltung die einzigeUrsache für die erwähnte Beschaffenheit sein könne. Von dieser Ansichtausgehend, setzte man künstliche Glasflüsse aller Art einer sehr langsamen,höchst allmäligen Erkaltung aus, und erhielt dadurch eine Substanz, diein ihrem ganzen Gefüge den Stcinlaven glcichkam. War also, nachsolchen Erfahrungen, das glas- oder steinartigc Ansehen des künstlichenGlases eine bloße Folge der schnellen oder langsamen Erkaltung, so lagder Schluß nahe, auch für vulkanische Auswurfsmassen, die alle augen-scheinlich feurig-flüssig sind, wenn sie hcrvorgucllcn, eine schnelle oderlangsame Erkaltung als die Ursache ihrer formalen Unterschiede anzusehcn;eine Annahme, die am besten bewiesen oder umgcstoßcn werden konnte,wenn man natürliche Laven künstlich schmolz und in verschiedenen Tem-peraturen und Zeiträumen wieder erkalten ließ. Diese Versuche, früherin England von James Hall, später auf Französischen Glashütten undHochöfen mit großer Umsicht von Fleuriau de Bellevue einge-stellt o), ergaben ein durchaus gleichartiges, höchst befriedigendes Resultat;sic zeigten, daß jede natürliche Lava, wenn sie aufs Neue geschmolzen undschnell abgckühlt wird, eine glasartige Form annimmt, d. h. amorphbleibt, dagegen ein krystallinischcs Gefüge erhält, also stcinartig, grani-tisch oder basaltisch sich absondert, wenn man sic sehr allmälig undlangsam in geschlossenen Räumen kalt werden läßt. Man stellte, um ganzsicher zu sein, eben diese Versuche noch mit den Schlacken der Hochöfen an,und gewann auch an ihnen dasselbe Resultat. —
Nach solchen Erfahrungen ist also die Art der Erkaltung der Haupt-grund für die glasartige oder steinige Beschaffenheit nicht bloß aller Laven,sondern auch aller anderen natürlichen Bcstandtheilc unseres Erdkörpcrö,die jemals aus dem feurig - flüssigen Zustande in den festen übcrgcgangensind, worauf fußend wir behaupten dürfen, daß alle vorhandenen steinigen
9) .loui'n. ile I'kjsiciue. Vol. 89 el 60. — LnniUcs lle Lliimio. V»I. 80.