Druckschrift 
Geschichte der Schöpfung : eine Darstellung des Entwicklungsganges der Erde u. ihrer Bewohner ; für die Gebildeten aller Stände
Entstehung
Seite
53
Einzelbild herunterladen
 

weil die Wirkung der Sonncmvärmc eben nicht weit in die Schneeschichtcindringen kann. Durch diesen Proceß entsteht aus ihr der körnige F > rn.Schreitet später das Abthaucn des Schnees und das daraus folgende nächt-liche Gefrieren des Wassers noch weiter vor, so verwandelt sich der Firn infestes Eis, und der Gletscher wird allmälig zu krystallhellcn, anfangs nochblasenrcichen, später ganz homogenen Eismasscn von azurblauer Farbe.Die Art, wie der Gletscher sich nach und nach gestaltet hat, ist zugleichUrsache seiner fortschreitenden Bewegung; sic veranlaßt ihn, thalwärtsvorzurückcn, wobei er natürlich in eine Gegend gelangt, deren gesteigerteTemperatur seinem Bestehen hinderlich wird; er muß wieder abschmclzenund Wasser erzeugen, das alsbald in zahlreichen Bächen, gewöhnlich auSweiten Mündungen, sogenannten Gletsch erthoren, unter ihm hervor-rieselt. Die Bewegung des Gletschers wird übrigens durch das Gefrierendes Wassers bewirkt, welches von der Oberfläche abthauend in die Lückendes Firns cindringt und dabei sich auödchnt, mithin seine Umgebung nachallen, doch zumeist nach denjenigen Seiten vorwärts schiebt, wo cs den ge-ringsten Widerstand findet; sie wird aber noch unterstützt durch die Neigungder Bergflächen, auf welchen die Gletscher ruhen und durch tiefe Querrisse,Schründc genannt, in welche alle Gletscher mehr oder weniger leicht sichtheilcn, je nachdem sie von mehr oder weniger abschüssigen und unebenenUnterlagen getragen werden. In diese Schründc dringt ebenfalls Wasserund gelangt aus ihnen seitlich in zahlreiche feine Haarspalten, welche dasganze Gletschereis durchsetzen, und sich mit Wasser füllen, sobald ihnensolches zugänglich wird. Die Ausdehnung des hier wieder gefrierendenWassers verursacht auch einen Theil der allgemeinen Gletschcrbcwcgungthalabwärts, welche natürlich durch die Neigung des Gletschcrbodcns undden Mangel eines Widerstandes am untern Ende des Gletschers als dieeinzig mögliche gegeben ist. Sorgfältige Beobachtungen bestätigen dieseVorstellung und fügen hinzu, daß das Fortschrciten des Gletschers anseinen Seitcnrändcrn langsamer geht, weil das Abthaucn des Eises in derUmgebung aller fremden Massen durch die leichtere Erwärmung derselben be-schleunigt wird, mithin weniger Eis übrig bleibt, als in der Mitte, wo ganzbesonders in den sehr zahlreichen Haarspaltcn das Gefrieren des Wasserszu Eis die stärkere Ausdehnung der Gesammtmasse erzeugt. Je dicker einGletscher ist, um so mehr Wasser kann er aufnchmen, um so stärker sichausdehnen, wenn cs Eis wird ">).

10) Die Ansichtc» von Agassiz und Ferb cs stehe» sich in diesem Punkte ent-