ist. Jndeß zeigt es in dieser Beziehung noch bei weitem verschiedenartigereWirklingen; denn während es einige Stoffe, wie die Metalle, gar nicht zulosen vermag, löst es andere, z. B. mehrere Salze, sehr leicht aus, undäußert gegen viele Erdarten, obgleich nur langsam, doch ähnliche Wir-kungen.
Bei Untersuchung dieser Fähigkeit des Auflösens handelt es sich übri-gens nicht darum, daß das Wasser in die Zwischenräume lockerer erdigerKörper, z. B. der Lehmflötzc, eindringt und diese in einen oft sogar fließendenBrei verwandelt, sondern es handelt sich um eine wirkliche Auflösung,welche wir mitunter auch schmelzen nennen, obgleich diese Bezeichnungnur von feurig-flüssigen Körpern gebraucht werden sollte. Bei einer wahrenAuflösung entzieht sich der gelöste Stoff immer in seiner räumlichen Begren-zung unseren Sinnen, er verschwindet so zu sagen im Wasser und vcrräthseine Anwesenheit nur noch durch diese oder jene Eigeilschaft, die er deinWasser beilegt, sei es eine Farbe, oder ein besonderer Geschmack, oder eineUmfangsvcrmehrung, oder eine größere Schwere. Allerdings wird dadurchdas Wasser auch verändert, aber diese Acnderung tritt als neue Qualitätdes Wassers hinzu, und der gelöste Stoff ist als ein vom Wasser gesonderterKörper nicht mehr in ihm erkennbar; wie eö bei mechanischen Mengungenimmer der Fall ist, mag der Stoff auch noch so fein zertheilt sein. BeideStoffe durchdringeil sich also bei Lösungen auf die Weise, daß der eine dieIndividualität des andern vernichtet, während die seinigc sich zugleich än-dert, bei Mengungen aber behält jeder Theil seine ihm cigenthümlichc In-dividualität bei, und cs ändert sich höchstens nur die räumliche Beziehungdes einen zum audcrn, sei cs im Ganzen oder in den einzelnen Theilen.
Nur wenige Bcstandthcilc des Erdkörpcrs kann das Wasser leicht oderin größeren Quantitäten wirklich auflösen, und das sind vorzugsweise dieSalze, wie Kochsalz, Glaubersalz, Bittersalz, Salpeter, Alaun und dieVitriole, welche ebendeshalb überall, wo sic mit dem Wasser in Berührungkommen, sich ihm mittheilen, und zu cigcnthümlichen mineralischen Quellender verschiedensten Art, unter andern auch zu den Salzquellen oder Sovlen,aus denen wir das feste Salz durch Verdunstung des Wassers beim Kochenwieder darstcllen, Veranlassung geben. Auf dieselbe Weise sind nicht bloßalle Mineralquellen mit ihren darin aufgelösten festen Stoffen entstanden,sondern auch die flüchtige Stoffe mit sich führenden Säuerlinge,welche Kohlensäure enthalten, oder die Schwefelwasscr, denen Schwcfcl-wasscrstoffgas beigemischt ist. Das Wasser begegnet aus seinem oft sehr-langen Wege, den es von der Oberfläche zur Tiefe durchläuft, um dem-