In dieselbe, so ineint man, drang bri heftigen Stürmrn bas bewegte Meerund l'ildrtc hinter der Düne durch Aufstauung einen See, welcher beimRücktritt inö Meer die obersten Schichten des Erdbodens mit sich fvrtführtcund das Haff aushöhlte. Wahrscheinlich haben sich derartige Eingriffe deSMeeres öfters an derselben Stelle wiederholt und nach und nach die großenHaffe gebildet. Wir werden später Veranlassung finden, ähnliche Eingriffeder Nordsee in ihre Küste als historische Ereignisse zu besprechen, und dürfenauö ihnen auf die vorhistorischen der Ostsee mit um so größerem Rechtezurückschließen. Zur Entstehung der Nehrung bot jedoch der Fluß auch beidieser Ansicht die Hand, indem er dem Meere einen Theil der Sandmasscnzuführte, welche letzteres neben seiner alten Mündung zur Düne verwendete;wobei ihm die Seewinde schon damals, wie noch jetzt, behülflich waren. —Wenn unö diese Betrachtung und namentlich ein Vergleich der Weichselmit der ihr an Beschaffenheit so ähnlichen Elbe darthun kann, daß dieDelta- und Haffbildung der Flüsse durch ein ruhiges, von keiner regelmäßi-gen Bewegung erschüttertes Meer begünstigt wird; so überzeugt unö ebendie fernere Beobachtung der Elbe, daß ein durch Ebbe und Fluth regelmäßigbewegtes Meer zu Untiefen und fliegenden Bänken Veranlassung giebt,wenn die Mündung im Winkel eines Mecrcinschnittcs, und nicht in derMitte eines geraden Uferrandcs sich befindet. Denn im letzten Falle ent-stehen alsbald regelmäßiger geformte Inseln, wie vor und zwischen denRheinmündungcn. Es ist kaum nöthig diese Behauptungen näher zu be-sprechen, sic leuchten als richtig von selbst ein. Wie sehr sich die Untiefenan der Mündung der Elbe ändern, und dadurch der Schifffahrt gefährlichwerden, ist leider nur zu bekannt; wie wenig im Ganzen die Rheininselnzwischen der Waal, dem Leck und der Maas, welche mit denen derSchelde zusammenflicßcn, sich in historischer Zeit geändert haben, dürftenicht minder wahr sein. Zwar wissen wir, daß die Vsscl erst spät auseinem von Drusus angelegten Kanäle sich bildete, und dadurch der Rheineinen Theil seines Wassers in anderer Richtung abgab, als in welcher esursprünglich abfloß; allein dies hat auf die Form seiner Hauptmündungenkeinen großen Einfluß auögcübt, wozu indeß auch der Umstand viel beiträgt,daß der Rhein im Ganzen eine zu kurzcStreckc durch ein leicht bewegliches,locker gefügtes Land fließt, einen großen Theil seiner Gerölle im Bodcn-scc läßt, und erst unterhalb Bonn in die Ebene tritt. Daher mag cskommen, daß die kleinen Ströme Maas und Schelde mehr Massen ab-gehetzt und größere Inseln vor ihren Mündungen zusammengespült haben,als der Rhein. —
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Geschichte der Schöpfung : eine Darstellung des Entwicklungsganges der Erde u. ihrer Bewohner ; für die Gebildeten aller Stände
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