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Geschichte der Schöpfung : eine Darstellung des Entwicklungsganges der Erde u. ihrer Bewohner ; für die Gebildeten aller Stände
Entstehung
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hier rin, bekleidet die Abhänge der Sandhügcl zunächst auf der Landseite,und macht, indem sich später überall hin ansbreitet, durch seinen ver-mehrten Anwuchs sic fester, also zum Widerstande fähiger. Dann heißendiese Sandbämmc Dünen. In ähnlicher Art entstanden die drei großen,von schmalen Landzungen seewärts begrenzten Wasserbecken, welche wirzwischen wie neben den Nilmündungen antrcffcn, und die uns durch ihrevöllige Nebercinstimmung an die Haffe vor allen größeren Stroinmün-dungcn des Ostseebcckens erinnern. Wie diese seewärts von schmalen Land-zungen, Nehrungen genannt, begrenzt werden, so auch dieNilmüudungen,und wie hier die Ausflüsse sich im Laufe der Zeiten mannigfach änderten, soauch jene des Nils. Diese Ähnlichkeiten beider Verhältnisse weisen aufähnliche Ursachen hin, und da die Oder, die Weichsel und der Niemcn gleichdem Nil nordwärts abflicßcn, da alle vier in Meere münden, welche keineEbbe und Fluth besitzen, wenigstens nicht an den Stellen, wo die Mün-dungen der genannten Flüsse sich befinden; da ferner jene drei norddeutschenFlüsse große Sank- und Lchmmasscn mit sich fortführcn, so dürfen wir wohlin Berücksichtigung dessen, daß die Elbe und Weser zwar dieselbe Richtungund Beschaffenheit haben, aber in ein Meer mit Ebbe und Fluth münden,den Mangel der letzteren als die Hauptursachc ansehcn, warum sich geradevor jenen drei Flüssen und dem Nil Delta- und Haffbildungen zeigen. DieÄhnlichkeit der Weichsel, als des größten der drei norddeutschen Ströme,mit dein Nil ist wahrhaft überraschend; auch sic bildet zwischen der Nogatund der eigentlichen Weichsel ein langes Delta, dessen linker Schenkel sichwieder gabelt. Vor beiden Hauptmündungen findet sich ein großes Haff,von welchen das östliche, mehr ausgebildetc mit dem Haff des Prcgelzusammenfließt, das westliche oder Putziger Haff weit nordwärts vor-geschoben ist, und von der schmalen Nehrung, welche an ihrer Spitze daSDorf Hela trägt, umgeben wird. Minder deutlich, doch ebenfalls kennt-lich genug, ist die Ähnlichkeit der Oder mit dem Nil, weil hier die Neh-rungen ausgedehnte Inseln wurden und das große Delta zwischen den beidenseitlichen Odermündungen, der Peene und Diwenow, zu umfangreich istfür die Erdmassen deö Flusses, um von ihnen erfüllt werden zu können.

Jndeß scheinen die Haffe und Nehrungen der angeführten norddeutschenFlüsse sich nicht mehr in ihrer ältesten ursprünglichen Form zu befinden, son-dern in einer späteren Umbildung. Ihr Abstand von der heutigen Flußmün-dung ist zu groß, als daß man den Absätzen des Stromes ihre Entstehungin dieser Ferne bcimcssen dürfte; man sicht sie vielmehr als die Dünen derfrüheren, weiter vortretenden Küste neben einer älteren Flußmündung an.