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Geschichte der Schöpfung : eine Darstellung des Entwicklungsganges der Erde u. ihrer Bewohner ; für die Gebildeten aller Stände
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zuge zwischen beiden Thälern stehen, dem alten M cm Phis gegenüber, beiG i z c h, dic ersten und größten Pyramiden.

Schon Herodot erklärte (>.. 2. c. 3.) das ganze Nilthal für ein neuesGebilde, für ein Produkt des jährlich über seine Ufer tretendenarbeitenden"Stromes. Auch läßt sich bei näherer Untersuchung des bekannten, an un-seren norddeutschen Strömen in ähnlicher Art, wenngleich minder regelmäßigund großartig, auftretenden Phänomens die herbeischaffende, landbildendeThätigkeit des Flusses uicht wohl verkennen. Zuvörderst bemerken wirüber die im Alterthum unbekannte Ursache seines Steigens, daß sie in denanhaltenden Regenergießungen liegt, welche jeden Sommer die HochlandeHabessiniens tränken, nachdem sie als landwärts strömende Dünste aus deinMittelmeere aufgestiegen und von den glühenden Strahlen der Sahara nachSüden bis an die Hochgebirge weiter getrieben worden. Hier die Gipfel derBerge umlagernd, verdichten sie sich in den kälteren Luftschichten zu Wasser,fallen nieder und bedingen ein Steigen des Stromes in seinem ganzen Laufebis zum Meere, welches in Aegypten mit dem Anfang des Juli beginnt,Mitte August so zugenommen hat, daß der Fluß seine Ufer überschreitet undbis Ende September im Zunehmen begriffen auf 18, selbst 22 Fuß Höheanschwellend, nach und nach das ganze Thal bis zum Fuße der Bergkettenhin überfluthet, dann aber gegen Ende Oktobers in sein altes Bett zurück-kehrt, und von dieser Zeit an langsam mehr und mehr fallend gegen AnfangJuni seinen tiefsten Wasserstand wieder erreicht. Während dieser Zeit ziem-lich klar und rein färbt sich der Strom zur Zeit des Schwellens röthlich,vermöge des fein zertheilten Erdreiches, welches er aus seinen oberen Thei-len mit herabführt und überall da absetzt, wo er sich, langsamer fließend,über eine weite Ebene ausdehnen kann, oder wo künstliche Deiche seinenLauf über die Ebene hemmen. Tritt er später zurück in sein Bett, so hinter-läßt er die während des Ueberfluthens abgesetzte, aus Sand, auf dem einröthlicher Schlamm liegt, gebildete Schicht und erhöht den Boden mit jedemJahr, weshalb das Land immer mächtiger, das Thal stets flacher werden,das Verhältniß des Flusses zu seinen Ufern aber dennoch dasselbe bleibenmuß, weil auch der Boden deS Flußbettes mit erhöhet wird. In solcherArt nähert sich der Strom, noch reichlich mit Schlamm und Sand gemischt,dem Meere, verliert aber, bald nachdem er in dasselbe eingetreten ist, dieeigne Bewegung, sein Inhalt fällt, und der Meeresboden hebt sich in der-selben Weise, wie der Thalboden, über den sich der Fluß ausgebreitet hat.Alle diese Thatsachen waren im Alterthum bekannt; Herodot berichtet, daßman eine Tagereise von der Küste den Schlamm aus der Tiefe hervorziehe,