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Geschichte der Schöpfung : eine Darstellung des Entwicklungsganges der Erde u. ihrer Bewohner ; für die Gebildeten aller Stände
Entstehung
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Gestaltung und Veränderung der Erdoberfläche von dem feuchten wieheißen Elemente auSgcübt werden. Diese Untersuchung wird unS ambesten zurBcurtheilung von ähnlichen Erscheinungen in früheren Schöpsungs-periodcn befähigen.

Was die Thätigkcit des Wassers betrifft, so kann dieselbe einedoppelte sein, nämlich eine mechanische und eine chemische. Im erstenFalle wirkt das Wasser bloß abwaschend oder anschwemmend, überhaupteinfach bewegend; im zweiten Falle lost eS Stoffe auf, verstattet in derAuflösung mancherlei Einwirkungen der Materien auf einander und scheidetdie eine oder die andere, ja endlich alle, aus der Auflösung dadurch wiederab, daß verdunstet oder durch Verdampfung bei höheren Hitzgraden ent-fernt wird. Von allen diesen Thätigkeiten liefert uns das Wasser nochheut zu Tage auf der Erdoberfläche Beweise.

Bei weitem am einflußreichsten ist die mechanische Thätigkeit; sie bildetdie eigentliche Hauptmacht der modernen Veränderungen, und muß ansdiesem Grunde zunächst berücksichtigt werden. Auch entziehen sich ihr kaumdie härtesten Gesteine, ja auf alle übt das Wasser in Verbindung mit deratmosphärischen Luft mächtige Einflüsse aus. Achten wir z. B. nur aufden fallenden Wassertropfcn, wie er sich nach jahrelanger Wiederholungendlich eine Höhlung in jeden Stein bohrt, den er trifft, und wie dieselbebald schneller bald langsamer entsteht, je nach der Höhe, von welcher erfällt und nach der Härte dcS Steins, der ihm entgegensteht. Die Beobach-tung einer einzigen Traufreihc, wie wir sic am Fuße alter Gebäude, derenBoden in geraumer Zeit nicht durch Menschenhände verändert ward, wahr-nchmcn können, lehrt uns, daß der härtere Stein dem fallenden Tropfenlänger widersteht, daß der Sandstein von allen am leichtesten nachgicbt, daßdie Kalksteine schon mehr Widerstand leisten, daß die gutgcbranntcn Ziegelauch diese noch an Festigkeit übcrtreffen, und daß endlich der lockere Flug-sand nie an diesen Stellen haftet, sondern nach jedem Regen sortgcspültwird. Noch bestimmter sehen wir das Auswaschungövermögcn dcö Wassersan Rinnen, in denen es seit langer Zeit sich bewegt hat; wir bemerken beifortgesetzter Beobachtung, daß das reine Wasser nur langsam abwäscht, daßaber seine abreibcndc Kraft zunimmt, wenn eS Sand oder Kies in sichtreibt, und daß die Körnchen gegen den Rand der Rinne unaufhörlichgleichsam nagen, selbst aber von den Rinnenwänden und von einanderwieder abgericben werden. Hier zeigt es sich also deutlich, daß die ab-waschende Kraft des Wassers zuuimmt, sobald cs harte Theilc mit sich führt,und daß es außer der abwaschcndeu Wirkung, die bs auf unbewegliche