557
im Lande >1 Will, gelten, so ist ein Uebcrschnß von l O Proc. fürFracht- u. a. Kosten und Handelsgewinn vorhanden. Nur dannwäre kein solcher Mehrbetrag zu erwarten, wenn das Volk sich imHandel ganz passiv verhielte (Z. 415), wo dann die Einfuhr demPreise nach den dafür eingekauften Ausfuhrgegcnständen gleichstehen müßte. Nur wenn der Mehrbetrag der Einfuhr über denwahrscheinlichen Gewinnsatz und Kostenbetrag hinausgeht, mußman eine andere Art der Deckung vermuthcn. Das Cap hat imDurchschnitt von 1827 und 28 jährlich für 273 507 L. ein-, für232 852 L. ausgcsührt, was ein Berhältniß der Ausfuhr zur Ein-fuhr wie 100 zu 117 anzeigt. Im Durchschnitt der nämlichenJahre war in Euba die Ausfuhr 68)4 Milt. Fr., die Einfuhr!»2>21S OOO Fr., also wie 100 zu 134. Dieß wäre ein überaus ein-träglicher Handel, wenn die Einfuhr blos mit der genannten Aus-fuhr erkauft zu werden braucht.
§. 426.
Das Handelssystem verkannte die natürlichen Gesetze desVerkehres zwischen den Völkern und nahm an, cs könne fort-während ein beträchtlicher Unterschied zwischen der Aus- undEinfuhr eines Landes (Handelsbilanz, §.35) stattsinden,welcher durch Geldsendungen ausgeglichen werde, so daß alsodas eine Land durch die Fortsetzung eines solchen Verkehres gro-ßcnthcils um seine Münzmctalle käme, das andere aber immergrößere Fülle derselben erlangte. Da man die Nützlichkeit desauswärtigen Handels bloß nach der Beschaffenheit der Bilanzbeurtheilte, so gewöhnte man sich daran, den Uebcrschnß derAusfuhr oder die günstige Bilanz als Gewinn, die ungünstige(die sog. Unterbilanz) als Verlust für das Land zu be-trachten («). Diese Ansicht wird eben so wohl durch die For-schungen über die Preise der edlen Metalle in verschiedenen Lan-dern (§. 268 ff.), als durch den Erfahrungssatz widerlegt, daßdie Geschichte kein Beispiel eines Landes darbietet, welches zu-folge eines solchen vermeintlich nachthciligcn Handels seinennothwendigcn Geldvorrat!) und seinen Wohlstand eingcbüßthätte. Auch ist es schon im Allgemeinen undenkbar, daß in einerhöheren Weltordnung jedem einzelnen Volke nur ein solcherWeg zur Erhöhung seiner Wohlfahrt angewiesen worden seinsollte, auf dem cs nicht vorwärts schreiten könnte, ohne anderein diesem Wettkampfe unterliegende Völker zu Grunde zu rich-ten. Es verdienen jevoch die Mittel noch eine besondere Bclcuch-