Häufig wird der Taglöhner beköstigt. In diesem Falle erhälter neben der Kost an Geld in der Lombardei (Burger) IO'/, kr.,in der Rheinpfalz 12—1« kr., in Oberbaicrn IS kr., im Schwarz-wald IS—2« kr., in Belgien (Feihl) 2» kr., in Bern und Wal-lis lkf/z—20 kr. — Die Kost ist hiebei angeschlagen in der Rhein-pfalz auf 8—12 kr., im Schwarzwalde auf IS—20 kr,, in den bei-de» Schweizer-Cantonen auf Ili'/z—2!I kr. Unstreitig ist auch dieKost in Menge und Beschaffenheit der Nahrungsmittel sehr un-gleich; sie beträgt z. B. bei Möllinger im lOjähr. Durchschnittauf den Kopf täglich 2 Pf. 17 Loth Brod, 18/° Loth Fleisch,13/° Loth Weißmehl rc.
Die Quote des Dreschlohns ist sehr verschieden, was nichtblos von dem allgemeinen Lohnsätze, sondern auch von dem Flcißeder Drescher abhängen mag, z. B. in Ostpreußen, HZ —in der Rheinpfalz, — HZ in Sachsen, HZ in Schleswig undHolstein, HZ—HZ in der Mark Brandenburg.
Schwach bevölkerte Länder, z. B. Gebirgsgegenden, haben mei-stens niedrigen Lohn, weil daselbst wenig Betriebsamkeit herrschtund Capitalc eher hinweg- als von anderen Gegenden hinzugcführtwerden. Das nächste und bekannteste Beispiel eines geringen Loh-nes bietet Irland dar. Der mittlere Taglohn in der Landwirth-schaft kann zu 8 Pence oder 2) kr. angenommen werden, oft wer-den im Winter und selbst im Sommer nur <> P. gegeben, während12 (l Schill.) zum Unterhalte nöthig wären. Wo man die Kostgiebt, ist der Lohn gewöhnlich nur um 2 P. niedriger, auch bestehtjene fast ganz aus Kartoffeln. Das Schlimmste ist, daß es an fort-dauernder Beschäftigung fehlt. In Zeiten, wo wenig zu verdienenist, arbeitet Mancher um 2 P. und die Kost, oder selbst blos umdiese; s. LviUenee. Oeoupnt. ot Iniiil in Irolunll. 184S.
§. 200 .
Hoher Lohn, der nämlich dem Arbeiter die Verfügung übereine beträchtliche Gütermenge gestattet (»), ist nicht allein einZeichen günstiger Bermögensvcrhältnisse (§. l99), sondernbringt auch wieder vorthcilhafte Wirkungen hervor, weil erdie Lage der Lohnarbeiter verbessert. Die unterste Classcderselben, die einen großen Thcil der Einwohner jedes Landesin sich begreift, lebt immer am spärlichsten, und ist der Gefahrdes Vcrarmcns am meisten ausgcsetzt. Eiiie Vermehrung desArbeitseinkommens ist daher für die Wohlfahrt der bürgerlichenGesellschaft von vorzüglichem Nutzen. Sie vermag zugleich ambesten die Folgen der großen Vermögcnsungleichheit zwischen denverschiedenen Ständen zu mildern und den Lohnarbeitern An-hänglichkeit an den Staat zu geben, in dem sie sich der Früchteihres Fleißes erfreuen.