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Grundsätze der Volkswirthschaftslehre
Entstehung
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Mißernte hcrnihrt, bewirkt keine vcrhältnißmäßige Lohnerhö-hung, denn in solchen Zeitpuncten Pflegt der Begehr von Arbei-tern geringer zu sein, indem manche verschiebliche Unternehmun-gen unterbleiben, dagegen bieten sich mehr Personen als sonstzur Beschäftigung gegen Lohn an. Ohnehin ist es bei einemverminderten Getrcidevorrath eines Landes unmöglich, daß dieArbeiter noch so viel verzehren, als zuvor, und wie man auch im-mer ihnen zu Gefallen den Lohn vergrößern möchte, so würdedoch ihr Begehr die Lebensmittel noch immer weiter vcrthcuern,bis sie endlich gezwungen wären, ihren Verbrauch einzuschränkens/).(er) Der wohlfeile Lebensunterhalt in heißen Ländern rührt zum Theileauch von diesem Umstande her, vgl. §. 191. — Der oberitalicnischeArbeiter begnügt sich häufig mit einem Klumpen Polenta ausMaismehl den ganzen Tag. Nach Numford's Angaben (Kl.Schriften, I, 315. — Burger, lieber den Mais, S. 359.) scheint1 Pfd. Mais einen Mann täglich zu ernähren. — In Küstcngc-gcnden gewähren auch die Fische ein sehr wohlfeiles Nahrungs-mittel.

(b) Häufig bringt es die beschränkte Concurrcnz der städtischen Arbei-ter mit sich, daß der Unterschied des Stadt - und Landlohncs nochmehr beträgt. Landbewohner sind genügsamer, gewinnen die Nah-rungsmittel wohlfeiler rc.

(c) Diese Wirkung muß z. B. die sreigegebene Zufuhr von fremdemGetreide oder die Anwendung einer wohlfeileren Art von Nähr-stoffen haben. Es verdient hiebei beleuchtet zu werden, ob die Ein-führung der Kartoffeln eine solche Folge gehabt haben kann, l) EinKartoffelfeld bringt dem Volumen (Malter-, Scheffelzahl rc.) nachungefähr 10, dem Gewichte nach 11 mal soviel her, als ein Rog-genfeld gleicher Güte, blos die Knollen und Körner gerechnet, nachBlock auf dem besten Boden resp. 12- und I4mal soviel. 2) Wiesich die Nahrhaftigkeit beider Stoffe verhalte, ist noch nicht aus-gemacht. 100 Pfd. Roggenkörner werden bald 312 Pfd, Kartoffelngleichgesetzt (London), bald 348 Pfd. ( v. THünen), 384 (Pe-tri), 433 (Dombasle), 440 ( v. Weck Herl in), 500 (Veit),526 (Thaer), 551 ( B o u ssi n ga u lt), oder gar 600 Pfd. (Block,Kleemann). Die Vergleichung der schottischen und irländischenErnährungsart (Rau zu Storch, III, 352.) läßt auf das Ver-hältniß 100 zu 575 schließen. Abweichungen in diesen Angaben las-sen sich schon aus der Verschiedenheit der Karteffelsorten und ausder ungleichen Verwendungsart, für menschliche und thierische Nah-rung, erklären. Arth. Uoung setzte 5 Pfd. Kartoffeln — 1 Pfd.Waizen, Ne wen Ham 3 Pfd. — I Pfd. Waizenbrod. Nimmt manBlock's Zahl an, so folgt, da 1 Scheffel, Malter rc. Kartoffeln19 Proc. mehr wiegt, als dieselbe Raummenge Roggen, daß dieNahrhaftigkeit gleicher Raumtheile Kartoffeln und Roggen sichverhalte wie 1 zu 5 und daß also ein Morgen Kartoffclland nichtvoll 2mal soviel Nährstoff erzeugt, als ein Roggenfeld. Nähme mandas Verhältnis' nach dem Gewicht wie 1 zu 5 an, so ergäbe sich