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Grundsätze der Volkswirthschaftslehre
Entstehung
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(a) Z. B. größere Bedürfnisse in kälteren Ländern oder bei gebildeterenVölkern. Es macht einen großen Unterschied, ob man die einfacheLebensweise eines wenig entwickelten Volkes nach den geringen Be-dürfnisse» desselben, oder nach dem Maaßstabe eines gebildeteren, anvielerlei Genüsse gewöhnten Volks bcurtheilt.

ß. 76.

Derjenige hat sein Auskommen, welcher durch seine fort-dauernden Einkünfte in den Stand gesetzt wird, seine und seinerFamilie wesentliche Bedürfnisse zu befriedigen. DaS Auskommenbezeichnet also das Gleichgewicht zwischen den Bedürfnissen unddem Einkommen. Uebcrstcigt dieses den Bedarf, so entstehen fol-gende Zustande:

t) Wohlstand (uisunce, cvoaltlr), wenn man sich noch überdie volksthümlichen, standcsmaßigen und Familien-Bedürf-nisse hinaus Gütergenuß verschaffen, oder statt dessen etwasübersparen kann;

2) Reichthum («), wenn das Einkommen nicht blos be-trächtlich über den Bedarf hinausgeht, sondern auch, vomLeben und der Thätigkeit des einzelnen Empfängers unab-hängig, aus einem werbenden Vermögen hcrrührt (S) ;

3) Ueberfluß, bei einem so großen Einkommen, daß man das-selbe nicht ganz für Nutzen und wahres Vergnügen zu ver-wenden weiß und keine Aufforderung zur Sparsamkeit fin-det. Der Ucbcrfluß, der besonders zur reichlichen Unter-stützung anderer Menschen benutzt werden könnte, wird nurzu oft gcmißbraucht zu Ausgaben ohne vernünftige Zwecke,d. h. zurVerschwend u n g (e).

(a) Dieser Ausdruck wird allein unter den in beiden §§. aufgeführtcnauch in objectivcm Sinne gebraucht, um ein großes, den bezeichnet«!Zustand begründendes Vermögen anzudeutcn. Vgl. § 6. («).

(/-) Staatsdicner und Künstler sind auch bei einem verhältnißmäßigsehr großen Einkommen durch dasselbe allein noch nicht reich. Vgl.8- 74- (a).

(c) Bei den gebildeteren Völkern sind darum seltener die Zeichen desUeberfluffes Einzelner zu sehen, weil diejenige», welche für ihrenStand beträchtlich reich sind, die Lebensweise und die Bedürfnisseeines höheren Standes anzunehmen pflegen und weil die Kunst, dieGenüsse zu verfeinern, hoch genug steigt, um auch ein sehr großesEinkommen erschöpfen zu können.