Druckschrift 
Grundsätze der Volkswirthschaftslehre
Entstehung
Seite
94
Einzelbild herunterladen
 

9 t

von anderen Ursachen, durch natürliche Kräfte, oder endlich ver-mittelst einer Verbindung menschlicher Thätigkcit mit anderenUrsachen von Veränderungen. Jnsoferne diese sich in der Kör-perwelt äußern, können sie, wie bei der Verzehrung, nur in Um-gestaltungen, Verbindungen und Trennung der auf der Erdevorhandenen Stoffe bestehen, deren Menge im Ganzen, wennman die Atmosphäre mit einrcchnct, unabänderlich ist.

Für den Einzelnen kann die Erwerbung der Güter von An-deren (S) eben so nützlich sein, als die Production, ein Volkaber sichert nur durch letztere die Befriedigung seiner Bedürf-nisse, und auch dasjenige, was vom Auslande erlangt werdensoll, ist am leichtesten vermittelst des Eintausches gegen eigeneErzeugnisse zu erhalten (a).

(a) Eine Erzeugung neuer Güter, bei der mehr schon vorhandene ver-zehrt würden, als das Product vergüten kann, wäre nach obigerBegriffsbestimmung keine wahre Production, weil sie keine Ver-mehrung des Vermögens bewirkt, wenn sie auch technisch betrach-tet zu der nämlichen Gattung von Verrichtungen gehören mag,wie die wirklich productiven. Herm an n (Unters., S. 22.) unter-scheidet eine technische und wirthschaftliche Production, wie früherGraf Soden (Nationalökon. I, 148.) eine ökonomistische, unöko-nomistischc und antiökonomistische Production angenommen hatte.— Eine Vermehrung von Verkchrswerth ohne Zunahme des Ge-brauchswerthes wäre kein Zuwachs für das Volk, weil sie nur ei-nen Theil der Einwohner auf Koste» der andere» bereicherte.

(-) Erwerben heißt in weiterem Verstände soviel als in das Eigcn-thum empfangen; im engeren Sinne, wie ihn die Wirthschaftslehregewöhnlich braucht, kommt noch das Merkmal hinzu, daß die Er-langung der neuen Vermögenstheilc durch irgend ein Opfer vonArbeit, Hingabe anderer Güter rc. erkauft werden muß. So stehtdas Erworbene dem Ererbten, Geschenkten :c. entgegen.

(a) Der volkswirthschaftliche Erwerb vom Auslande ist außer demEintauschen im auswärtigen Handel noch möglich durch Zinsenbe-zug von ausgcliehencn Kapitalen oder durch Arbeiten für fremdeLohnherren, z. B. Hollandsgänger in Wcstphalen, Speditions-undCommissionsgeschäfte und Waarentransport für Ausländer u. dgl.

8- 70.

Die in einem gegebenen Zeitpuncte in dem Vermögen einerPerson enthaltenen Güter bilden den Vcrmögensstammderselben, welcher theils werbend ist, theils aus Genuß-mitteln besteht. Ihm werden die im Laufe eines gewissen Zeit-