Druckschrift 
Grundsätze der Volkswirthschaftslehre
Entstehung
Seite
73
Einzelbild herunterladen
 

73

da, wo die ebcnerwähntcn Ncbenausgabcn Vorkommen, nicht vollkom-men richtig ist.

Z. 57.

Eine tiefer begründete und in alle Wirthschastsangelegen-hciten mehr eingreifende Schätzung wird gewonnen, wenn manauf die Fähigkeit der Güter achtet, menschliche Zwecke zu beför-dern, d. h. auf ihre Nützlichkeit (n). Werden mehrere Güterin Hinsicht auf diese mit einander verglichen, so zeigen sich vieleAbstufungen in ihr. Der im menschlichen Urtheil anerkannte Gradvon Nützlichkeit eines Sackgutes ist der Werth desselben (S).Dieser drückt also das Maaß des günstigen Einflusses aus, denein Gut auf den Zustand des Besitzers auszuüben vermag, oderdie Stärke der Anziehung, welche jede Sache für das Wegehrender Menschen äußert. Um das Wesen des Wertstes zu erforschen,muß man die Art und Weise beleuchten, wie die Sachgüter denmenschlichen Zwecken zu Hülfe kommen und diese selbst in meh-rere Abtheilungen bringen. Auf diesem Wege ist man schon frühzu der Unterscheidung cincsGebrauchs- und Tauschwerthcsgeleitet worden (e), welche zwar nicht ganz genügt, aber doch zueiner vollständigeren Darstellung den Weg bahnte. Der Werthder Erwerbsmittel muß anders beurtheilt werden, als der derGenußmittel, auch macht es einen erheblichen Unterschied, ob manbei der Wcrtbschätzung eines Gutes eine in Bezug auf dasselbeeinzeln stehende, oder eine im Bcrkehre begriffene Wirthschaftvoraussctzt. Hieraus entspringt die nachstehende Eintheilung (</).

(«) Dieß Wort wird in der Bolkswirthschaftslehre in einem weiterenSinne genommen, so daß cs auch die Annehmlichkeit, Schönheit :c.in sich schließt.

(») Wenn der Werth nicht den Grad, sondern die Nützlichkeit selbstbedeute» sollte, so wäre einer von beiden Ausdrücken überflüssig.Dochist selbst der gewöhnliche Gebrauch der Wörter Werth und Würdedagegen. Es läßt sich demnach von dem Werthe einer Sache allein,ohne Vergleichung anderer Güter oder mehrerer individueller Schäz-zungen, nicht sprechen. Wenn man im gemeinen Sprachgcbraucheeiner Sache schlechthin Werth zuschrcibt, ohne eine andere zu nennen,mit der sie in Vergleich gestellt würde, so ist hierunter ein verhält-nismäßig, gegen viele andere oder die meisten anderen Güter hoherWerth zu verstehen.

(c) Die Unterscheidung eines Gebrauchs- und Lauschwerthes istschon von Aristoteles (Uolitiior. I, 9) deutlich ausgespro-chen worden. A dam Smith hat diesen Unterschied auf-