3(5 Freiherr Hammer-Pur g stall. Die Schuld der Templer.
in ordine Templi, nisi in festo Nativitatis beati Johannis Baptiste usque ad festum beati Remigii 1 ). In festuNativitatis beati Johannis Baptiste fuit receptus in capella domus Templi Parisiensis 2 ).
Nachdem aus den arabischen Inschriften des in den Tempelruinen von Volaine gefundenen Kästchens(welche dieselben, wie die aus den Baphometen des k. k. Antiken - Cabinetes), aus der arabischen Inschriftdes ähnlichen Kästchens von Volterra (auf welchem die Taufe der Mete, d. i. die Feuertaufe derTempler, erwähnt, und unterhalb der Inschrift bildlich dargestellt ist), aus den zweihundert zwanzig über-einstimmenden Geständnissen der verhörten Templer (die alle darin einig), dass bei der Aufnahme die Gottes-läugnung, die Anspeiung des Kreuzes sammt dem unanständigen Kusse gefordert und die Befugniss zurSodomie ertheilt ward, kann über die Schuld der Templer kein weiterer Zweifel obwalten. Wir wiederholenhier nicht die Betrachtungen Herrn Mignard’s, welcher auch den Charakter dieser zweiten Untersuchungs-Commission welche aus Geistlichen bestand, und keine Gewalt anwendete um Geständnisse zu erzwingen,dem Resultate seiner Forschungen beifügt, und erlauben uns nur zum Schlüsse dieser Abhandlung diefolgende Betrachtung über den Widerspruch der exoterischen und der esoterischen Lehre der Templerund über den Muth womit die Vertheidiger des Ordens in das Feuer gingen, hinzuzusetzen.
Die Templer welche mit vollem Bewusstsein der Schuld des Ordens die Reinheit seiner Sitten undSatzungen vertheidigten, und sich dafür dem Flammentode weihten, bewiesen hierdurch nicht mindereTapferkeit und Aufopferung als die, womit sie die Vertheidigung des gelobten Landes und die Wieder-eroberung Jerusalems bezweckten. Man hat von Missionären gehört, welche gepredigt, was sie nicht geglaubt,von Officieren welche von einer ganz anderen politischen Gesinnung als die, für die sie fochten, durchdrungen,aus militärischem Ehrgefühl in die Schlacht gingen 3 ). Nur wer sich zu dieser Höhe des Ehrenpunctes erhebenkann, Avird es begreifen, dass trotz der Missbilligung der geheimen Puncte des Ordens, seine Mitgliederzur Vertheidigung desselben ihr Leben einsetzten und sich durch den bei ihrer Aufnahme geleistetenSclnvur die Geheimnisse des Ordens zu beAvahreu für immer gebunden glaubten. Das Sittenverderbnissder Templer und die Geheimlehre ihres Ordens Avar ein Auswuchs des Orients, in Avelchem der blindeGehorsam und die Geheimlehre der Assassinen (die kurz vor den Kreuzzügen entstanden und die AveisseMäntel und rothe Gürtel trugen) vor den Templern vorhanden Avar.
Eben am Schlüsse dieser Abhandlung kommt uns der Moniteur vom 10. Jänner d. J. zu Händen,Avorin ein mit Rapp et ti Unterzeichneter Aufsatz: Les freres du temple, episode de l’histoire du XIV. siede,dessen Literatur x r on den Schriften Dupuy’s, Moldenhauer’s, Raynouard’s, Michelet’s und demMysterium Baphometis re velat um Kenntniss nimmt. „Mr. de Hammer invoque, heisst es, pour demontrerl’heterodoxie du temple, l’idole dont on avait reproche Tadoration ä cet ordre religieux.— Mr. Raynouardreprit la pliune. “ In den Noten Avird Herrn Raynouard’s refutation du Baphometisme de Mr. de Hammerdans le journal des Savans 1819, S. 254, aber keinesAvegs meine Entgegnung an Ilrn. Raynouard, Avelchesich zu Ende des VI. Bandes der Fundgruben befindet, angeführt, statt derselben befindet sich in derNote folgender sonderbare Zusatz: Le Systeme de Mr. de Hammer a d’ailleurs ete refuteen Allemagne notamment par Mr. Gruber de Grubenfels. Von diesem Werke ist aberAveder mir noch Jemand Andern das Geringste bekannt. Herr Rappetti hätte Avenigstens die Quellen seinerunrichtigen Angaben, Avenn er sie nicht etAva selbst aus der Luft greift, anführen sollen.
*) Proces (les Templiers I. p. 439. — 2 ) Ebenda p. 473. — 3 ) „Comme on irait galamment sur le pre pour une cause ä laquelle on sedevoue plutot qu'on n’y croit.“ Sainte-B euve, Portraits contemporains, I, p. 13.