Druckschrift 
Der abenteuerliche Simplicius Simplicissimus : das ist: Ausführliche unerdichtete u. sehr merkwürdige Lebensbeschreibung ... Melchior Sternfals von Fuchsheim ... ; in 6 Büchern
Entstehung
Seite
215
Einzelbild herunterladen
 

218

nm ließ,wenn Ihr mir wollt getreu sein, und Euch alsmeinen Diener gebrauchen lassen, weil es, wie Ihr sagt,Euch jetzund so schlecht geht, so wollte ich Euch Euren Wil-len gern darum machen. Aber, wie ich gesagt habe, Ihrmüßt es Euch auf das Aeßerste angelegen sein lassen, meinBestes zu befördern."Ja, wie denn anders?" versetzteich.Ich habe lange schon nach einer solchen Gelegenheitgestrebt; wenn mich der Herr will annchmen, so will ichmich gewißlich also verhalten, daß cs ihn nicht gereuenwird, mich kennen gelernt zu haben." Nun, der Vergleichwar bald gemacht. Nur mein Wirth war übel damit zu-frieden, daß ich von ihm hinweg wollte, weil er durch michund meine Kunstgriffe in ein merkliches Aufnehmcn gcra-thcn war. Jedoch gab ich ihm heimlich die Vertröstung,es sollte nicht lange anstchcn, so wollte ich wiederum beiihm sein, und er wurde dessen sehr froh. Mein Herr gingindessen mit Gedanken um, wie er mich versuchen möchte,ob ich meine Kunst auch wohl so stattlich verstände, als ichdavon gerühmt hätte. Er öffnete deswegen am andernTage seinen Wagen und ließ durch mich, nach gegebenervollkommener Unterweisung, die ich vorher besser wußte alser, seine Waaren ausrufc». Ich that dazumal mein Bestes,weil es mir eben auch nicht schwer ankam und ich solcheHändel vor vielen Jahren gleichfalls getrieben hatte, alsodaß sich mein Herr darüber verwunderte, und gar nichtsäumte, sondern gleich des andern Tages mit großer Bc-trübniß meines Knans, meiner Mcudcr, meiner Urscle undmeines Wirthes mit mir Abschied nahm. Untcrwegcs ge-reute es mich beinahe, daß ich nun in meinen alten Tagenerst sollte einem solchen Herrn auswarten, der, wie ich von