Druckschrift 
Der abenteuerliche Simplicius Simplicissimus : das ist: Ausführliche unerdichtete u. sehr merkwürdige Lebensbeschreibung ... Melchior Sternfals von Fuchsheim ... ; in 6 Büchern
Entstehung
Seite
151
Einzelbild herunterladen
 

181

Als wir auf den Molukkischen Inseln unsere Ladungvöllig bekommen hatten und unscrn Lauf gegen das Vor-gebirge der guten Hoffnung zu nahmen, verspürten wir,daß sich unsere Heimreise nicht so beschleunigen wollte, wiewir cs wohl Anfangs gehofft hatte», weil die Windemchrentheils widerwärtig und so veränderlich gingen, daßwir lange umhcrgctricbcn und aufgehaltcn wurden. Des-wegen bekamen wir denn auf allen Schiffen der Armadamerklich viele Kranke. Unser Admiral that einen Schuß,steckte eine Flagge aus und ließ also alle Kapitainc von derFlotte auf sein Schiff kommen. Da wurde gcrathschlagtund beschlossen, daß man sich bemühen sollte, die ZnsclSankt Helena zu erlangen, um daselbst die Kranken zu er-frischen und anständiges Wetter zu erwarten. Desgleichenwurde bestimmt, cs sollten wenn die Armada vielleichtdurch Ungewitter, dessen wir uns nicht vergebens versahen,zertrennt würde die ersten Schiffe, welche an die bemel-dctc Insel kämen, eine Zeit von vierzehn Tagen auf dieübrigen warten. Dieses war denn ganz wohl ausgesonncnund beschlossen worden, maßen cs uns gerade so erging,wie wir besorgt hatten, indem durch einen Sturm die Flottedergestalt zerstreut wurde, daß kein einziges Schiff bei demandern verblieb. Als ich mich nun mit meinem anver-trauten Schiffe allein befand, und zugleich mit widerwär-tigem Winde, mit Mangel an süßem Wasser und mit vielenKranken geplagt wurde, mußte ich mich kümmerlich mitLaviren behelfen, womit ich indeß wenig ausrichtetc, um diemehr besagte Insel Helena zu erlangen von der wir nochvierhundert Meilen entfernt zu sein schätzten es seiden»,daß sich der Wind geändert hätte.