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Der abenteuerliche Simplicius Simplicissimus : das ist: Ausführliche unerdichtete u. sehr merkwürdige Lebensbeschreibung ... Melchior Sternfals von Fuchsheim ... ; in 6 Büchern
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Denn die Urschlechten hatten mich dergestalt verderbt undverändert, daß mich kein Mensch mehr erkannte, außer derHerr von Schönstein, welcher aber, als mein getreuesterFreund, reinen Mund hielt.

Als ich nun meiner Schwägerin der Länge nach er-zählte, daß Herr Simplicius viele schöne Pferde undDiener hätte, in großem Ansehen stände und i» einer schwar-zen sammtncn Mütze aufzöge, die überall mit Gold ver-brämt wäre, sagte sie:Ja, ich habe mir jederzeit einge-

bildet, daß er keines so schlechten Herkommens sei, als wo-für er sich ausgcgeben hat. Der hiesige Kommandant hatmeine seligen Eltern mit großen Verheißungen beredet,daß sie ihm meine selige Schwester, die wohl eine frommeJungfer gewesen ist, ganz vorthcilhaftigcr Weise aufgesat-telt, wovon ich niemals ein gutes Ende habe hoffen können.Nichts desto weniger hat er sich wohl angclassen und sichentschlossen, in hiesiger Garnison schwedische, oder vielmehrhessische Dienste anzunchmcn, zu welchem Ende er auchseinen Vorrath, den er zu Köln gehabt, hierher hat holenwollen, wiewohl sich das gesteckt und er darüber ganz schel-mischer Weise nach Frankreich geschafft worden ist, meineSchwester, die ihn noch kaum vier Wochen gehabt hatte,und außerdem wohl noch ein halbes Dutzend Bürgerstöchterschwanger hinterlassend, wie denn Eine nach der Linderen und zwar meine Schwester am allerletzten mit lauterjungen Söhnen nicdcrgckommen sind. Weil denn nun-mehr mein Vater und meine Mutter todt sind, ich undmein Mann aber keine Kinder mit einander zu hoffen haben,so haben wir das Kind meiner Schwester zum Erben allerunserer Vcrlassenschast angenommen und mit Hülfe des