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Der abenteuerliche Simplicius Simplicissimus : das ist: Ausführliche unerdichtete u. sehr merkwürdige Lebensbeschreibung ... Melchior Sternfals von Fuchsheim ... ; in 6 Büchern
Entstehung
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Das siebenzehnte Kapitel.

Simpler beim Rauben andächtiger ist,

Als wenn Olivicr in der Kirche liest.

Am Morgen als der Tag graute, sagte Olivier:AufSimplicius! wir wollen in Gottes Namen hinaus, um zusehen, was etwa zu bekommen sein möchte."Ach, Gott!"dachte ich bei mir,soll ich denn nun in deinem hochhei-ligen Namen auf die Räuberei ausgehen? und bin ehedem,als ich von meinem Einsiedel kam, nicht so kühn gewesen,ohne Erstaunen zuzuhören, wenn Einer zum Anderen sagte:Komm, Bruder! wir wollen in Gottes Namen ein MaßWein mit einander saufen!"" weil ich cs für eine doppelteSünde hielt, wenn Einer in deinem Namen sich voll söffe?O, himmlischer Vater! wie habe ich mich verändert! O,getreuer Gott! was wird endlich aus mir werden, wenn ichnicht wieder umkehre? Ach! hemme meinen Lauf, dermich so richtig zur Hölle bringt, wenn ich nicht aufhöre undBuße thue!" Mit dergleichen Worten und Gedankenfolgte ich dem Olivier in ein Dorf, in welchem keinelebende Seele war. Da stiegen wir, der fernen Aussichthalber, auf den Kirchthurm und der heilige Ort mußteuns anstatt eines Raubschlosses zur Mördergrube dienen.Auf selbigem Thurme hatte Olivicr die Strümpfe undSchuhe verborgen, die er mir den Abend zuvor versprochenhatte, sowie daneben zwei Laib Brod, etliche Stücken ge-sottenes dürres Fleisch und ein Fäßlein halb voll Weinim Vorrath, womit er sich allein recht gut acht Tage hätte