des Andern Meister werden konnte. Bald lag ich, bald eroben, und im Hui kamen wir wieder auf die Füße, wasaber freilich nicht lange dauerte, weil je Einer des AndernUntergang und Tod suchte. Das Blut, welches mir strom-weise zu Nase und Mund hcrauslief,'spic ich meinem Feindein's Gesicht, weil er cs so hitzig begehrte, und das war fürmich gut, denn cs hinderte ihn am Sehen. Also zogenwir einander bei anderthalb Stunden im Kothe und Schneeherum und wurden davon so matt, daß allem Ansehen nachdes Einen Kraftlosigkeit des Andern Müdigkeit mit denFäusten allein nicht völlig überwinden, noch Einer den An-dern aus eigenen Kräften und ohne Waffen vollends zumTode hätte bringen mögen.
Die Ringkunst, in welcher ich mich zu Lippstadt oftübte, kam mir damals trefflich zu Statten, sonst hätte ichohne Zweifel eingcbüßt und den Kürzern gezogen; dennmein Feind war viel stärker als ich, und überdies eisenfcst.Als wir einander fast tödtlich abgcmattet hatten, und ichmeinen Gegentheil unter mir fast schwerlich mehr haltenkonnte, sagte er endlich: „Bruder, höre auf! ich ergebemich dir zu eigen!" Ich cntgegnctc: „Du hättest michgleich Anfangs sollen hinzichen lassen!" „Was hast dumehr," versetzte Jener, „wenn ich auch sterbe?" „Undwas hättest du gehabt," sagte ich, „wenn du mich hättestniedergcschossen, sintemal ich keinen Heller Geld bei mirhabe?" - Darauf bat er um Verzeihung, und ich ließ micherweichen und ihn aufstehcn, nachdem er mir zuvor hoch undrheucr geschworen halte, daß er nicht allein Frieden halten,sondern auch mein treuer Freund und Diener sein wollte.Ich hätte ihm jedoch weder geglaubt noch getraut, wenn mir