20
Einstmals saß ich mit fünfundzwanzig Feuerrohren nichtweit von Dorste» und paßte einer Convoi mit etlichen Fuhr-leuten, die nach Dorsten kommen sollte, mit sonderlicherVerschlagenheit auf. Ich hielt meiner Gewohnheit nachselbst Schildwache, weil wir dem Feinde nahe waren. Dakam ein einzelner Manu daher, fei» ehrbar gekleidet, derredete mit sich selbst und hatte mit seinem Mccrrohrc, daser in den Händen trug ein seltsames Gefecht. Ich konntevon ihm nichts Anderes verstehen, als daß er sagte: „Ichwill einmal die Welt strafen, cs sei denn, daß mir's dasgroße Numen nicht zugcben will!" Daraus muthmaßtc ich,cS möchte etwa ein mächtiger Fürst sein, der so verkleideterWeise hcrumgingc, um seiner Untcrthancn Leben und Sit-ten zu erkundigen, und der sich nun vorgenommcn hätte,dieselben — weil er sie vielleicht nicht nach seinem Willengefunden — gebührend zu strafen. Ich dachte bei mir: „Istdieser Mann vom Feinde, so setzt cs ein gutes Löscgcld; wonicht, so willst du ihn so höflich behandeln und ihm dadurchdas Herz dermaßen abstchlcu, daß cs dir künftig dein Leb-tage wohl bekomme» soll!" Deshalb sprang ich her-vor, präscntirtc mein Gewehr mit aufgezogenem Hahne undsagte: „Der Herr wird sich belieben lasse», vor mir hin indas G'cbüsch zu gehen, wofern er nicht als ein Feind behandeltsein will!" Er antwortete sehr crnsthaftig: „Solcher Be-handlung ist meines Gleichen nicht gewohnt." Ich abertummelte ihn höflich fort und sagte: „Der Herr wird es sichnicht zuwider sein lassen, sich für diesmal in die Zeit zu schi-cken!" Als ich ihn nun in das Gebüsch zu meinen Leutengebracht und die Schildwachcn wieder besetzt hatte, fragte ichihn, wer er sei? Er antwortete gar großmüthig: cs würde