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Der abenteuerliche Simplicius Simplicissimus : das ist: Ausführliche unerdichtete u. sehr merkwürdige Lebensbeschreibung ... Melchior Sternfals von Fuchsheim ... ; in 6 Büchern
Entstehung
Seite
144
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I-ii

guter von Adel sein. Zudem konnte mich auch mein Haupt-mann,nicht befördern, weil keine ledigen Stellen bei seinerKompagnie waren, und einem Anderen mochte er mich nichtgönne», weil er an mir mehr als eine melkende Kuh ver-loren hatte. Doch wurde ich ein Gefreiter. Diese Ehre,daß ich alten Soldaten vorgezogen wurde, wiewohl cs einegeringe Sache war, und das Lob, das man mir täglich ver-lieh, waren gleichsam wie Sporen, die mich zu höherenDingen antriebcn. Ich dachte Tag und Nacht darübernach, wie ich etwas anstelle» möchte, um mich noch größer,namhaftigcr und verwunderlicher zu machen; ja, ich konntevor solchem närrischen Nachstnnen oft nicht schlafen. Undweil ich sah, daß es mir an Gelegenheit mangelte, imWerke zu erweisen, was ich für einen Muth in mir trüge,so bekümmerte ich mich darüber, daß ich nicht tagtäglich Ge-legenheit haben sollte, mich mit dem Gcgentheile in denWaffen zu üben. Ich wünschte mir oft den TrojanischenKrieg herbei, oder eine Belagerung mit zu Ostende, undich Narr dachte nicht daran, daß der Krug so lange zumBrunnen geht, bis er endlich einmal zerbricht. Es gehtaber nicht anders, wenn ein junger unbesonnener SoldatGeld, Glück und Courage hat. Denn da folgt Ucbermuthund Hoffahrt, und aus solcher Hoffahrt hielt ich mir, an-statt eines Jungen, zwei Knechte, die ich trefflich heraus-stassirle und beritten machte. Damit bürdete ich mir denNeid aller Officierc auf, als welche mir das mißgönnten,was sie selbst zu erobern das Herz nicht hatten.