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Der abenteuerliche Simplicius Simplicissimus : das ist: Ausführliche unerdichtete u. sehr merkwürdige Lebensbeschreibung ... Melchior Sternfals von Fuchsheim ... ; in 6 Büchern
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diese von dem Kürschner gelernt hatte, und daß ich Stößeauszutheilcn gewohnt war, wie man mir dieselben darzählte,da ließ mich nicht allein Jedermann zufrieden, sondern es suchtemich ein Jeglicher meine Freundschaft. Daneben ließ ichmich sowohl zu Roß als zu Fuß auf's Partcigehen ge-brauchen; denn ich war wohl beritten und schnell auf denFüßen, wie Einer meines Gleichen nur sein kann, nnd wases etwa mit dem Feinde zu thun gab, da warf ich michbesser hervor, als das Böse in einer Wanne, nnd wollteallezeit vorn daran sein. Dadurch wurde ich in kurzer Zeitbei Freunden und Feinden bekannt und so berühmt, daßbeide Theile viel von mir hielten, allermaßcn mir die ge-fährlichsten Anschläge zu verrichten aufgetragen und zu sol-chem Ende ganze Parteien zu befehligen anvertraut wurden.Da fing ich an, zuzugrcifcn wie ein Böhme, und wenn ichetwas Namhaftes erschnappte, so gab ich meinen Officicrcnso reichen Anthcil davon, daß ich selbiges Handwerk auchan verbotenen Orten treiben durfte, weil mir überall durch-gcholfcn wurde. Der General Graf von Götz hatte inWcstphalen drei feindliche Besatzungen übrig gelassen, näm-lich zu Dorsten, Lippstadt und Coesfeld. Diesen war.ichgewaltig lästig; denn ich lag ihnen mit geringen Parteienbald hier bald dort schier täglich vor den Thoren, und er-haschte dabei manche gute Beute; und weil ich überall glück-lich durchkam, so Hielten die Leute von mir, ich könnte michunsichtbar machen und wäre so fest wie Eisen und Stahl.Daher wurde ich gefürchtet wie die Pestilenz und dreißigMann vom Gegentheilc schämten sich nicht vor mir durch-zugehcn, wenn sie mich nur mit fünfzehn Mann in derNähe wußten. Zuletzt kam cs dahin, daß ich, wo nur ein