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Der abenteuerliche Simplicius Simplicissimus : das ist: Ausführliche unerdichtete u. sehr merkwürdige Lebensbeschreibung ... Melchior Sternfals von Fuchsheim ... ; in 6 Büchern
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gcl oder wenigstens cin Prophet gewesen'wäre, um michvon meiner Narrenkappe zu erlösen. Und nachdem wir unsaus die Erde nicdcrgesctzt hatten, erzählte ich ihm meinganzes Leben. Er beschaute meine Hände und verwunderte sichsowohl über die verwichcnen als über die künftigen seltsamenZufälle, wollte mir aber durchaus nicht rathcn, daß ich in kur-zer Zeit mein Narrenkleid ablcgen sollte, weil er, wie ersagte, vermittelst der Chiromantie sah, daß mir mein Fammein Gcfängnist anbrohe, das Leibes- und Lebensgefahr mitsich bringen würde. Ich bedankte mich für seine gute Nei-gung und den mir mitgckheiltcn Rath, und bat Gott, daßer ihm seine Treuherzigkeit belohnen, ihn selbst aber, daßer weil ich von aller Welt verlassen wäre mein ge-treuer Freund und Vater sein und bleiben wolle.

Darnach standen wir auf und kamen auf den Spiel-platz, wo man mit Würfeln turnirte und alle möglichenSchwüre mit hunderttauscndmal tausend Gallccren, Renn-schirflein, Tonnen und Stadtgräben voll rc. herausfluchtc.Der Platz war ungefähr so groß als der alte Markt zuKöln, überall mit Mänteln überstreut und mit Tischen be-stellt, die alle mit Spielern umgeben waren. Jede Gesell-schaft hatte drei viereckige Schelmenbeine, denen sie ihr Glückvertrauten, weil sie ihr Geld thcilcn und solches dem Einengeben, dem Andern aber nehmen mußten. So hatte auchjeder Mantel oder Tisch eine» Schnndercr Scholdercrwollte ich sagen und hätte ich doch beinahe Schinder gesagt deren Amt war, daß sic Richter sein und Zusehen sollten,daß Keinem Unrecht geschehe. Sic liehen auch Mäntel,Tische und Würfel her, und wußten deswegen ihre Gebüh-ren so wohl von dem Gewinne cinzunchmen, daß sie ge-