Druckschrift 
4 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 3
Entstehung
Seite
359
Einzelbild herunterladen
 

359

erhorchte, so reiste ich wieder fort ohne mich kund zugeben, wenn ich auch auf der nächsten Station denverliebten Schäfertod sterben sollte.

Hören Sie traute Freundinn! Ich wünschte in derThal herzlich, sowohl den hiesigen, als den Stuttgarti-schen naserümpfenden Sultaninnen einen Streich ohnegleichen gerade in's Angesicht spielen zu können. Mirdäucht, ich Hab' cs Ihnen schon einmal gesagt, daß hierManche meinen, es existire so ein Mädchen gar nicht,und das Gedicht sey nur der Einfall eines Spaßvogels.Es wäre doch drollig, wenn man auch in Stuttgartwähnte, ich, der Dichter von Gottes Gnaden, existirlenicht. Es wär' im Grunde nicht viel ärger, als meineangebliche gedoppelte Existenz, in einer lebendigen ehe-lichen Hausfrau.

Mit Ihrem Schattenriß, liebe Freundinn, haben Siemir ein überaus angenehmes Geschenk gemacht. Ichwill ihn über meinem Pult als Heilgenbild aushängenund beten:

Kunota HIariann orn pro ine!daß ich in des schönsten schwäbischen MädchenherzensLust- und Freudenhimmel ausgenommen werden möge,und zwar, ohne so lange erst im Fegefeuer zu braten.

Für Ihre übrigen litterarischen Angelegenheiten willich gern, wo ich nur irgend kann, wo nicht mein ritter-liches Schwert, doch meinen hochgelahrten und geschärftenGänsekiel ziehen. Nur stärken Sie fein oft Siewissen wohl womit meinen Muth und Arm.

Gesund bin ich wieder am Leibe, das sehen Siewohl; denn sonst schriebe ich nicht so viel albernes Zeug