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4 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 3
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Bürger an Marianne Ehrmann *).

Güttingen, den 20sten Nov. 1789.

Hochzuverehrende Frau!

Dero Werthestes vom 29. Septbr. d. I. ist mirerst in diesen Tagen zu Händen gekommen. Ich warabwesend von hier, und beinahe Willens gar nichtwieder, wenigstens sür nicht beständig, hierher zurück-zukehren, wenn ich nicht neulich als Professor der

*) S. Briefe von Gottfried August Bürger an MarianneEhrmann. Mit einer historischen Einleitung herausgegebenvon Theophil Friedrich Ehrmann. 1803.

Marianne Ehrmann lebte seit dem Sommer 1788 in Stutt-gart, woselbst ihr Gatte Th. Fr. Ehrmann den „Beobachter",eine politisch-moralisch-satyrische Wochenschrift heransgab. Ineinem Blatte dieser Wochenschrift, (in Nr. XX, vom 8. Sep-tember 1789) befand sich der anfangs wol nur scherzhaft ge-meinte Antrag des Schwabcnmädchens an Bürger. Von bei-den Ehrmann, indem Marianne die von ihr heranözugebendeMonatsschrift „Amaliens Erholnngsstundcn", Theophil seinen„Beobachter" durch Bürgers Einfluß verbreitet wünschten,ward unserm Dichter das sür ihn leider so verhängnißvoll wer-dende Gedicht zugesandt. Da dieses Lied in die Sammlungder Gedichte (s. I. Bd. S. 413) mit nicht geringen Veränderun-gen ausgenommen wurde, so möge es hier in seiner ursprüng-lichen Gestalt mitgetheilt werden.

An den Dichter Bürger. Nach einem scherzhaften Gesprächbei Lesung seiner Gedichte.

O Bürger, Bürger, edler Mann,

Der Lieder singt, wie's keiner kann,