dem König, der die Bernards, Gressets so gern liest, zulesen geben, und wenn er dann meinen Bürger nichtihnen vorzöge, nicht zu den Deutschen Musen bekehrtwürde, so wollte ich, den Deutschen König für dieDeutschen Musen einzunehmen, in meinem Leben nichtwieder versuchen. Mit Ihrem Homer, den ich seit demgelesen habe, bin ich ebenfalls im höchsten Grade zu-frieden.
Meine hiesigen jungen Freunde mögen einmal Ihnensagen, mit welch' einem Enthusiasmus ich ihn vorgelesenhabe! Einer derselben, der ihn griechisch liest, wie meinBürger selbst ihn griechisch lesen mag, gerieth mit mirin Streit; er meinte, daß die Sprache Homers vielsimpler als die Ihrige wäre. Was läßt sich nicht dar-über sagen, was aber auch dagegen einwenden! DasEnde dieses kleinen Zankes war: wir wurden alle dereinmüthigen Meinung, daß Sie durch keinen Tadel vondem angegebenen Ton sich müßten abbringen, noch inirgend einem Ihrer Grundsätze, nach welchen Sie dieUebersetzung angefangen, sich müßten irre machen lassen!Seine Seele, sagte ich, ist voll von diesem Ton, vondieser Sprache, diesen Sylbenmaaße; sie glühet, sie mußkalt werden, wenn er dieser Vollheit sich begibt und an-fängt in einem Tone zu arbeiten, auf den er sich nichtselbst gestimmt hat. Also, mein lieber Herr Bürger,wenn Sie unser Aller guten Rath folgen wollen, somachen Sie's wie alle große Geister, gehen Sie Jhren^Ihren Weg. Wollten die Götter, ich könnte die Ihnendazu nöthige Muße verschaffen!