aber, bei dem noch zarten Alter der jüngeren Kindernicht füglich erfüllet werden, wenn er ihnen nicht aucheine Mutter geben konnte. Aus diesem Grunde warer beinahe schon entschlossen, sich zum dritten Male zuverheirathen, und sah sich hier und dort nach einer Gat-tin» um, die für seine Kinder eine gute Mutter scyn,und ihm den Verlust seiner Molly, wenn auch nichtganz ersetzen, dennoch minder schmerzlich machen könnte:als ihm von Stuttgart ein Gedicht zugesendet wurde(welches das Publicum nachher im Musen-Almanachefür das Jahr 1791 und nun auch im zweiten Theileder letzten Sammlung seiner Gedichte gelesen hat), worinein, dem Ansehen nach, edles Mädchen von gebildetemVerstände und gefühlvollem Herzen, durch den Eindruck,den Bürgers Gedichte auf dasselbe gemacht hatten, zuinniger Liebe zum Dichter hingerissen, ihm Herz undHand antrug. Bürger betrachtete diesen Antrag anfangsfreilich nur als das Spiel einer aufgeregten Phantasie,und scherzte und lachte darüber. Allein als verschiedeneNachrichten einliefen, welche von der nassen Dichterinnein sehr reizendes Bild entwarfen: so glaubte er miteinigen seiner Freunde, die Sache verdiente doch wohleine ernstlichere Erwägung. Ein Mädchen, meinten sie,welches den Muth hätte, öffentlich aufzutreten, und einemManne, der so Vielen im Publicum lieb und werthwäre, sich als Gattinn anzubieten, müßte doch wohl vonunbescholtenem Adel des Herzens und der Sitten seyn.Wäre das nicht der Fall, so würde ja wohl mehr alseine Stimme sich erheben, um den Freund vor demSyrenen - Gesänge zu warnen. Diese Betrachtungen
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