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3 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 2
Entstehung
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7. Geschäfts - Styl.

Ob gleich nicht zu läugnen ist, daß Vernunft undguter Geschmack in den neuern Zeiten auch auf denGeschäfts-Styl gewirkt haben, so befürchte ich dennochkeinen gegründeten Widerspruch, wenn ich behaupte,daß dieser Zweig des schriftlichen Vortrages im Gan-zen noch immer am weitesten vom Ziele möglicherVollkommenheit entfernt ist. Nicht zu gedenken, daßsowohl aus einzelnen, als aus den Federn ganzerProvinzen aller Schmutz der Barbarei in diese Gattungfließt und dieselbe verunstaltet, so wird der Kenner selbstan den bessern Produkten noch immer bald mehr, baldweniger Flecken gewahr werden, die mit dem Gesetze derVollkommenheit nicht bestehen können. Was zur Ver-besserung des Geschäft-Styls bisher gethan oder geschrie-ben worden ist, hat hauptsächlich wohl deßwegen nichtAlles wirken können, weil es zu häufig von Männernmit nur halben Kenntnissen hergerührt hat. Denn baldwaren die Verbesserer solche, die nur mit der Kritik desGeschmacks, hingegen wenig mit der Theorie und Praxisder mancherlei Gattungen der Geschäfte bekannt waren,oder cs waren bloße Juristen ohne guten Geschmackund Kritik, die ihre Sachen nur desto schlimmer mach-ten, je mehr sie sich einbildeten, in Sachen des Ge-schmacks auch wohl ein Wort mitsprechen zu dürfen.Nimmt man dazu nun noch die große Gleichgültigkeit,die lange Zeit in Ansehung der Muttersprache und desguten Vortrags unter uns geherrscht hat, und gewiß beiweiten noch nicht ausgetilgt ist, so darf man sich über dielangsamen Fortschritte des Geschästs-Styls nicht wundern.