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3 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 2
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3. Arber die Deutsche Rechtschreibung.

An Lichtenberg.

Sie haben in der Vorrede zu ihrem Magazine dieHoffnung geäußert, daß dereinst ein vortrefflicher Mannin diesem Buche die Materie von der Deutschen Or-thographie mit aller der Einsicht und Toleranz behan-deln werde, die hierbei nöthig ist. Ob ich nun gleichdieser vortreffliche Mann nicht bin, so dünkt mich doch,daß der Schade nicht groß seyn werde, wenn auch ichein gleichgültiges Wort darüber verliere, unbekümmert,ob irgend Einer es aufheben will, oder nicht. Wennman von so etwas schreibt, so muß man sich ja keineglänzenden Bekehrungen träumen lassen. Denn ich binüberzeugt, daß, wenn auch der Engel Gabriel vomHimmel herab käme, und mit überirdischer Beredt-samkeit eine neue vernünftige Norm der Rechtschrei-bung empföhle, dennoch der kleinste Vsop am literari-schen Parnasse sich klüger, als er, dünken, und beiseiner Weise bleiben würde. Es ist also wohl gleichviel, Wer? und Was? man über Orthographie schreibt.

Daß unsere Orthographie einer vernünftigen Ver-besserung fähig sey, das läugnen Sie so wenig alsandere gescheidte Leute. Wenn man nun einen Versuchmachen wollte, dieselbe cinzuführen: Worin bestände sie?Wie finge man cs an?

Wenn anerkannt wird, daß es nicht gleichgültigsey, mit wie vielen und was für Buchstaben man einWort schreibt, so müßten vor allen Dingen ein odermehr Regeln festgesetzt werden, welche von allen Sei-