Leseart, und daß sonderlich das süße melodische Ton-spiel der letzten Zeilen:
Wann die Knospe sich entfaltet,
Wann die Hyacinthe blüht,
im Deutschen kaum übertroffen werden könne. Manwird aber auch zugleich bedauern müssen, daß die höchsteund reinste Sonorität eines Deutschen Verses sich sel-ten anders, als durch Beihülfe eines fremden Worteserreichen lasse. Außer ihrem Wohlklange und der An-muth ihres Inhaltes haben diese letzten Zeilen vor demaufgegebenen:
Wann das Laub ihr Nest umschattet,auch noch den Vorzug, daß sie weit klarer und be-stimmter ausdrücken, was sie ausdrücken sollen, näm-lich die Zeit, worin die Liebe so große Wirkungenäußert. Das Laub umschattet die Nester vom Frech-linge an, bis in den Herbst, und doch paaren sich dieseganze Zeit über nicht die Vögel. Man mußte sich alsoerst etwas hinzu denken, z. B. wann das junge, —das erste Laub ihr Nest umschattet, oder etwas demAehnliches, welches doch immer die Zumuthung einerunvollkommenen Darstellung war.
III.
I. A.
Schauet! Freudiger und rötherBricht des Tages Morgen an,
Als im Anbeginn, da Aether4. Mutter Tellus lieb gewann;