und dem Ohre so wenig, als hier, zu Leide geschieht,so erlaubt, ja oft so zuträglich, daß sie in der Fehler-rechnung völlig zur Null wird.
Will man diese Rechtfertigung, so genugthuend siemir auch scheinet, dennoch nicht ganz gelten lassen, willman, neben den Vorzügen der gewählten Leseart, nochimmer so viele Gebrechen entdecken, daß man sich sei-ner Zweifel gegen dieselbe nicht entschlagen kann, nunso setze man einmal, wo möglich, alle seine und meineKlügeleien bei Seite, man stelle sie jeder andern Lese-art gegen über, und merke auf den ersten Eindruck.Dann sollte ich doch wahrlich kaum denken, daß sichauch nur eine einzige finden würde, welche sich eben soleicht, so ungezwungen, so gefällig unter das logischeso wohl, als das ästhetische Urtheil schmiegte. — Hierist versprochener Maßen ein Theil dieser Lesearten,worunter sich auch ein Paar befinden, die mir von An-dern vorgeschlagen worden sind.
1. Morgen liebe, was bis heute
2. Süßer Liebe Lust verschwor!
3. Was sich süßer Liebe freute,
4. Liebe morgen, wie zuvor!
2. Noch der Liebe Lust verschwor!
3. Was sich längst (schon) der Liebe freute,
2. Stets der Liebe Lust verschwor!
3. Was sich stets u. s. w.