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allein ein neuer scharfsinniger und geschmackvoller Be-urtheiler bemerkte Folgendes: Die Liebe, so wie auchdie Lust der Liebe sind Leidenschaften oder Assecten,mithin etwas Unwillkührliches, zu welchen sich, trotzder Rechtfertigung, der Begriff des Wählens in er,kor nicht paßt. Ich kann freilich eine Art der Lustder andern bisweilen wohl vorziehen, und in so fernwohl sagen, daß eine Wahl Statt finde; allein wennich den Begriff einer wählbaren Lust hier unter-legen soll, so geht die ganze Delikatesse der Vorstellung,die hier herrschen soll, verloren. — Wahrlich, mankann kaum mehr Recht haben, als in diesem Stückemein kritischer Freund. An die Lust der Liebe sollman hier nicht denken, deren Genuß ich auf einengewissen bestimmten Tag aus andern Arten der Lust,z. B. der, auszureiten, zu tanzen, Punsch zu trinken,u. s. w. auswählen kann. Man sieht, daß ich denreinsten und edelsten meiner Liebesgesänge in keinemseiner Theile einer solchen, und so nahe liegendenAuslegung aussetzcn konnte. Der neue Kehrreim wurdealso unwiederruflich verworfen. Allein woher nun einenandern nehmen? Unglücklicher Weise war der neue Be-urtheiler auch ein Hcutfeind.
Noch glaubte ich nicht an die Grenze der Möglich-keit gekommen zu seyn. Ich ging also auf das neuezur Jagd aus, und trieb endlich eine solche Mengevon Lesearten zusammen, daß ich ihre Anzahl anzugebenmich schäme. Denn in jeder geschäftlosen Stunde,auf jedem Spaziergange neckte mich dieser unselige Kehr-reim. Einige dieser Lescarten will ich jedoch am Ende
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