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3 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 2
Entstehung
Seite
285
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Veränderungen nicht eben durch schriftliche oder münd-liche' Recensionen, sondern durch mein eigenes wohlerwogenes Urtheil verleitet worden. Wehe mir vollends,wenn diese ein Stück, wie z. B. die Nachtfeier, be-treffen, ein Stück, das Ra ml er gefeilt, daß man sooft schon vortrefflich genannt hat!

Dennoch hat weder das Beispiel des PontiusPilatus, noch der häufige und dringende Rath mei-ner Freunde, an den nun einmal mit Beifall gekröntenGedichten nichts mehr zu verändern, noch endlich ihremir drohende Unzufriedenheit etwas bei mir fruchtenwollen. Der Wunsch, Allen Alles, ja selbst der, nureinem Einzigen von diesen Allen Alles recht zu machen,wird auf Erden nie erfüllt werden. Warum sollte ihmdenn also der Künstler einen andern Genuß aufopfcrn,der sich ihm, innerhalb der Grenzen der Möglichkeit,weit näher, weit erreichbarer darbietct? Der Künstler,welcher der Schönheit und Vollkommenheit nachstrebt,richte sich daher minder nach dem großen Schwarmeder sich so oft widersprechenden Kunstbeurthcilcr, alsvielmehr nach den Forderungen der Kunst selbst, so wieer sie nach genauer Erwägung erkannt zu haben glau-bet, damit er, wenn auch sonst Niemanden, doch we-nigstens sich selbst so weit befriedige, als es ihm seineKräfte und die Schwierigkeiten so wohl des Stoffes,als der Form gestatten. Fehlt auch gleich alsdann nochimmer sehr viel an voller Erreichung, indem das gött-lich erleuchtete Auge des wahren Künstlers viel weiterblickt, als seine Hand reicht, so tröstet er sich darüberdoch eben so leicht, als wir Alle uns trösten, daß wir