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Auch liebe i'ch's nicht, wenn in Gedichten dieserArt mehr, als zwei männliche, oder weibliche Reimeauf einander folgen. Drei lasse ich mir höchstens nochgefallen; mehr aber nicht leicht, es müßte denn um dernachahmenden Harmonie willen geschehen. Außer demist es lästiger Gleichklang. Wie es übrigens die Eng-länder ertragen können, daß man in jambischen Ge-dichten von gleicher Werslange, worin regelmäßig zweimännliche mit zwei weiblichen Reimen abwechseln soll-ten, zwischen durch, ehe man sich's versieht, auch aufdrei der einen oder der andern Art stößt, das ist mirunbegreiflich. Mir ist das eben so unangenehm, alswenn ich auf ebenem Wege eine gute Strecke im ge-haltenen Gleichgewicht fortgefahren bin, und dann baldnach einer kürzeren, bald längern Pause plötzlich zurSeite geschwenkt werde.
VIII. Die sogenannten reichen Reime, wennsie nicht zur Harmonie dienen, sind eben nicht wohl-klingend. Denn es fehlt hier die zur Einheit erforder-liche Mannigfaltigkeit. Wortklang und Begriff fallenvöllig in Eins zusammen. Wenn es aber die Umständeerfordern, daß einerlei Begriff in zwei Wersen an dasEnde zu stehen komme, so ist nichts billiger, als daßer auch mit eben demselben Worte bezeichnet werde. —Bei männlichen Ableitungs-Sylben, z. B. heit, keit,an verschiedenen Stammwörtern von verschiedenen Be-griffen ist der reiche Reim allenfalls zu dulden, weil erda minder bemerkbar ist. So kann man Tapferkeitund Heiterkeit noch wohl reimen.
Warum er der reiche Reim heißt, das mag der