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2) Durch die Schluß-Eonsonanten in die unbetonteE-Sylbe Mannigfaltigkeit und Abwechselung zu brin-gen suchen, so viel es nämlich da das gleichfalls sichallzu oft aufdringcnde e «erstattet. Indessen ist dochin Ansehung der Consonanten mehr Mannigfaltigkeitmöglich durch el, eln, ern, er, cs, et, elt, ert,end u. s. w. Wie z. B. in Handel, stammeln,sammelt, Wasser, eisern, schauert, Grabes,labet, waltend.
Oesters wird man aller angewandten Mühe unge-achtet die vielen Ausgange auf e und e n nicht weg-schaffen können.
VI. Um der Mannigfaltigkeit und Abwechselungwillen muß man auch nach neuen, aber in sich wohl-klingenden Reimen streben, deren Wohlklang dann durchdie Neuheit gewinnt. Man vermeidet daher die allzugewöhnlichen, zu oft schon gebrauchten, z. B. Liebe,Triebe, Jugend, Tugend, u. s. w., ohne jedochhierin gar zu ängstlich zu seyn. Die Schönheit desGedanken muß man darüber nie aufopfern. Es kannaber sehr oft mit sehr alten und abgedroschenen Reimenein sehr neuer und schöner Gedanke bestehen, und wenndies ist, so vergißt man des abgenutzten Reimes völlig.Ein allzu sichtbares Bestreben nach neuen und sonder-baren Reimen trägt um so mehr ein Ansehen vonGeckerei, je weniger schön und geistreich der Gedankeist, der durch die seltsamen Reime herbei geführt wird.Sind sie in sich auch nicht einmal wohlklingend, sotrifft sie in vollem Maße der Spott der bekanntenschwer gereimten Oden.