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3 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 2
Entstehung
Seite
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Ich bin geneigt, sogar noch weiter zu gehen, undauch Reime, wie diese: Hals, Salz; Gans,Kranz; Tag, sprach; Pflug, Buch, fürrichtig zu erklären, weil die Verschiedenheit in derecht Hochdeutschen Aussprache äußerst und sogar als-dann noch fast unmerklich ist, wenn man vermittelsteiner Mund-Grimasse sich rechte Mühe gibt, die Ver-schiedenheit merklich zu machen.

Doch, vielleicht denke ich von den Tadlern jenerReime schlimmer, als sie es verdienen. Wie, wennsie sich wirklich auf ihr Ohr und auf die Ausspracheberiefen? Alsdann aber frage ich wieder: Lieber, wasfür ein Landsmann bist du? Bist du ein Hochdeut-scher, geboren und erzogen unter den höhern und ge-bildeter» Volks-Elasten derjenigen Deutschen Provin-zen, in welchen unsere neuere Schrift- und höhereUmgangssprache seit Luthers Zeiten entstanden undfortgebildet worden? Oder bist du ein Franke, einSchwabe, ein Elsässer, ein Baier, ein Schweizer, einOesterreicher, mit einem Worte, bist du ein Süd-Deutscher aus einer von denjenigen Provinzen, dienoch das für die Schriftsprache langst veraltete Hoch-deutsch sprechen? Im ersten Falle bist und bleibst du,Einwendens ungeachtet, entweder der einfältige Tropf,oder der eigensinnige Kopf; im zweiten aber berufst dudich auf ein falsches Ohr, auf eine falsche Aussprache»

Nur ein neu Hochdeutsches Ohr, nur eine neuHochdeutsche Aussprache können und dürfen hierin ent-scheiden; und es steht mit Recht zu behaupten, daßnur die höhern gebildeten Volks-Elasten des nördli-

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