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Deinem sanft flötendenTon, Philomele,
Weichen die tödtendenSorgen der Seele.
In flötenden und tödtenden stimmen von ö analle übrigen Töne bis an's Ende völlig überein.
Daß man nicht für das Auge, sondern für dasOhr reime, mithin die Nichtigkeit des Reimes lediglichvon dem Ohre beurtheilt werden müsse, dürfte kaumerinnert werden, wenn nicht so manche unstatthafteReim-Kritik, die mir in Recensioncn vorgekommen ist,mich dazu auffordecte. Es ist eben so große Tollheit,Töne sehen, als Farben hören zu wollen. Einfäl-tiger Mensch, was du da auf dem Papiere vor dirstehest, sind ja nicht Töne, sondern nur ihre Zeichen!Nicht dein Ohr, sondern dein Auge erklärt Reime fürunrichtig, wie diese: Weich, Zweig; zeigt, reicht;borgt, horcht; durch, Burg; Gesang, Dank;werfen, schärfen; Tanz, fand's, Diamants;Harz, bewahrt's; hat's, Schatz; niederwärts,Scherz! Wachs, stracks; Axt, pakst; Hexe,Kleckse, u. s. w. Gleichwohl reimen sich alle dieseWörter wegen des völligen Uebereinklangcs der Töne inder guten Hochdeutschen Aussprache sehr richtig, so ver-schieden auch die Schrift ist. Der Hochdeutsche, welcherdiesem widersprechen kann, ist, wenn nicht ein einfälti-ger Tropf, zum mindesten ein eigensinniger Kopf, wennanders der eigensinnige Kopf, der ohne vernünftigeGründe mit Händen und Füßen behauptet und wider-spricht, etwas Besseres, als ein Tropf ist.