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erzeugt, so hätte er ihm zuverlässig schon ohne meinZuthun in einer solchen Recension das Todes-urtheil gesprochen. Daher muß ich auch nur lachen,wenn ich sie ein Meisterstück nennen und keinem gerin-gem, als einem Engel oder Schiller beilegen höre.Wenn Männer, die Phöbus Apollo mit Geisteskinderngesegnet hat, fremder Leute Kindern Gift zubereitenwollen, so würden sie es so thun, daß wenigstens ihreeigenen nicht mit bis zum Tode daran erkrankten.Vielmehr darum wünschte ich, daß mein Richter seinAngesicht enthüllte, damit Jedermann gleich beim erstenAnblick wüßte, wornach er sich in seiner fernem Ge-schmackscultur zu richten hätte. Denn man sage, wasman wolle, in Geschmackssachen, wo nicht, wie beiGegenständen der Verstandeserkenntniß, feste Begriffeund Formeln, sondern so manche des Gefühls
das Urtheil leiten, muß auch nicht selten das bloßeAn sehn eines erkannten und erklärten hohem Geniesgelten, und durch sein Beispiel Geschmacksnorm festzu-stcllen befugt seyn. Wäre nun mein Beurtheilcr keinhöheres, sondern ein Kunstgenie blos meines gleichen,so würden unsere einander entgegenstehenden Autoritäten,wie zwei gleiche unabhängige Kräfte sich wenigstens dieWage halten, und sein Geschmack müßte von dem Mer-nigen, wie ein Souverain von dem Andern, wonicht mit schüchterner, doch mit bescheidener Achtungsprechen. Zeigte si'ch's aber gar, daß er an Kunsttalentund Cultur noch unter mir wäre — o so dürfteja sein Geschmacksurtheil sich's noch weit weniger an-maßen, dem Meinigen und dem Urtheile des mir gleich