licher, nichts lehrreicher seyn, als die Bemühungenmehrerer mit einander zu vergleichen, und zu sehen,wie sie mit einer Vorstellung gerungen, und wie siedieselbe aus der fremden in die Muttersprache herübergerungen haben. Auch wird unstreitig durch solcheVergleichungen has Geschmacksurtheil mehr, als durchirgend etwas geschärft und verfeinert. Denn das Voll-kommene oder das Unvollkommnere, einzeln betrachtet,wird nie so lebhaft erkannt, als wenn man beides ge-gen einander über stellen, und dabei das Original einesallgemein anerkannten Meisters als Prüfstein anlegenkann. —
Ich könnte noch mehr zur Empfehlung mehrererUebersetzungen eines und eben desselben Werkes derDarstellung und der gegenwärtigen insbesondere sagen,wenn nicht schon dies wenige hinreichend seyn müßte,jede Verwunderung über eine Ilias post Homerum,als Aeußerung des Unverstandes zu characterisiren.
7. Vorläufige Antikritik und Anzeige *).
Das Urtheil über mich und meine Gedichte in derA. L. Z. Nro. 13 und 14. von d. I. muß meine undmeines ganzen Publicums Aufmerksamkeit ganz vor-
*) Diese Antikritik ist abgedruckt aus dem Jntelligenzblatte derAllgem. Litterat. Zeit. 17S1. Nro. 46. S. 383—287.