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3 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 2
Entstehung
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schen Menschen wären. Ms ob die Natur sie nichtüberall mit Werkzeugen sinnlicher Empfänglichkeit be-gabt hätte. Freilich gibt's Unglückliche, die eines odermehrerer Sinne beraubt sind. Deßwegen bleibt esaber nicht minder wahr: Alle Menschen haben fünf

Sinne, haben Einbildungsvermögen und Leidenschaften.

Gäbe es ein ganzes Volk, dessen Nasen so orga-nisirt waren, daß ihnen Teufelsdreck besser röche, alsdie Rose, dem besinge man Teufelsdreck, statt der Rose.Den will ich sehen, der diesen Satz umstoßen will ausder Poetik für ein solches Volk.

Der Urgegenstand ist wandelbar nach dem Ge-schmacke. Die Darstellung selbst ruht auf Gesetzen,unveränderlich bis an's Ende der Tage.

Du kannst die Gräuel einer Schlacht, eines Lazaretsdarstellen, daß deine Darstellung immer und ewig fürechte Poesie gelten muß. Aber gefallen? Das hängtvon den äußeren oder inneren Sinnes-Nerven ab, diekein Theorist anders stimmen kann, als die Natur siegestimmt hat.

Alle unsere Vorstellungen gehen zwar verkörpert inunsere Seele hinein, aber der Verstand drinnen klei-det sie aus, und so entkleidet werden sie zu abgezo-genen, bestimmter, zu ausgezogenen geistigen Be-griffen. So lange sie gleichsam über die Brücke derSinne wandelten, hatten sie ihren Körper. Drinnen

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