Druckschrift 
3 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 2
Entstehung
Seite
207
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wie ich ein Volksdichter, oder lieber ein populärerDichter zu seyn wünsche, ist Homer, wegen der spiegel-hellen Durchsichtigkeit und Temperatur seines Gesang-stromes, der größte Volksdichter aller Völker und Zei-ten, sind es, mehr oder weniger, alle großen Dichter,auch die unseligen, und gerade in ihren allgemein ge-liebtesten und unsterblichsten Versen, unendlich mehr,als ich, gewesen. Was sie nicht populär gedichtet ha-ben, das ist zuverlässig bei ihren lebendigen Leibernbereits vergessen, oder gar niemals in die Vorstellungs-kraft und das Gedächtniß ihrer Leser ausgenommenworden. Mit gutem Vorbedachte gebe ich daher Alles,was ich nicht populär, nicht innerhalb des allgemeinanschaulichen und empfindbaren poetischen Horizontesgedichtet habe, wenn auch nicht gerade als Fehler, den-noch als etwas Preis, woran ich selbst am wenigstenWohlgefallen habe.

Es thut mir leid, daß ich hier so viel von mirselbst reden muß, welches, wie ich wohl weiß, nichtsein läßt. Ich bin mir indessen bewußt, daß ich vonmir selbst so unbefangen und gleichgültig, als von einemfremden Manne rede. Auch geschieht es minder mir,als der Kunst und ihren Jüngern zu Liebe. Dennunter andern auch darum entledige ich mein Herz überNachahmung, oder vielmehr Nachäffung, welche anstattdes Kernes die Schale ergreift, weil ich eine Über-schwemmung von schlechten Sonetten befürchte, wenndie wenigen, die ich versucht habe, Beifall gewinnensollten. Diese Gedichtform, deren sich die neuern Aus-änder, besonders Italiener, noch bis auf den heutigen