vor. Ich kann mir keines denken, das nicht die reineeinfache Schönheit im Schreiben und Drucken befchmitzensollte. Die Accente und Circumflexe im Griechischen,so klein sie auch für das Auge sind, sind mir dennochsehr zuwider, weil dadurch der schöne, weiße, HelleRaum ohne Symmetrie voll geschnörkelt wird. Weitbesser, wir hätten, wie die Griechen, unterschiedeneFiguren für die langen und kurzen Selbstlaute. Wozuist im Grunde ein solches Zeichen nöthig? Es ist über-flüssig. Wir entbehren es schon in vielen Wörtern,ohne den geringsten Nachtheil. Ein Deutscher weiß,und muß es ohnehin schon wissen, wie er seine Spracheauszusprechen habe. Die Fremden, denen daran gele-gen ist, sie zu lernen, mögen, wie so vieles Andere,auch dies mit lernen. Wer mahlt uns bei dem Latei-nischen die Quantität, die Dehnung, oder Verkürzung,wer bei allen andern Sprachen die Aussprache vor?Lernen müssen wir sie, 'und lernen sie auch. So etwasdem Ausländer vorzuzeichnen, wäre eben so viel, alsjedem Deutschen Buche für den Franzosen oder Briteneine Vermaiiem interlinearem beizufügen. Will manja dem Ausländer durch solche Zeichen zu Hülfe kom-men, so geschehe es doch nirgends, als höchstens inder Gramatik, oder in dem Lexicon.
Hiermit hoffe ich mich einstweilen hinlänglich erklärtund dem Argwohn vorgebeugt zu haben, als obUchbloß aus Eigensinn, Neuerungs- oder Geniesucht, —daß ich mich dieses von Crethi und Plethi so — sehrausgemergeltcn Spottworts bediene, — so, und nichtanders geschrieben hätte, Ich bin sonst keinesweges ein