193
schreiben, als man aussprechen hört. Klopstock fügthinzu: Auch nicht weniger! Wogegen ich aber docheiniges Bedenken zu äußern habe. — Bin ich aberder Hauptregel überall nachgekommen? — Nein! Undzwar aus der Vorsicht, die ebenfalls Klopstock ausgutem Grunde empfiehlt. Man muß nicht Alles aufEin Mal thun wollen, wenn es glücklich von Stattengehen soll. Die Mißbräuche eines Tyrannen, wie derSprachgebrauch ist, lassen sich nur nach und nachuntergraben und auswurzeln. So bald aber die ge-sunde Vernunft sie wirklich für Mißbräuche erkennt, somuß man es nicht immer gleichgültig oder zaghaft beidem Alten bewenden lassen, sondern anfangen, fort-fahren und enden. Klopstockhat angefangen; manchewackere Leute sind schon fortgcfahren; ich habe dasNämliche gethan, und wünsche gedeihliche Nachfolge.Ich habe noch mehr ungehörte Buchstaben, als Klop-stock, und das Undeutsche y mehrentheils verbannt.Das die Dehnung anzeigende h kann überall und mußzunächst aus solchen Sylben wcgblcibcn, die man ohne-hin dehnt, und dehnen muß. Das ß ist ein höchstalberner Buchstab. Ein reines s oder ss kann uns dienämlichen Dienste, wie andern Sprachen, thun. Woein ss gehört wird, da kann man es ja, statt desbuckeligen ß setzen, weil es wohl ursprünglich und imGrunde nichts anders, als ein durch Schreibvcrkürzungverändertes ss ist. Die überflüssigen Doppel-Conso-nanten am Ende habe ich fast überall weggelassen.Die grammatische Regel kann ja heißen: In der Um-cndung wird der Consonans verdoppelt. Z. B. das
13