Phantasie/ im Geiste der Provenzal- und Minnedich-1er. Die Geschichte erwähnt nichts davon, daß imzwölften und dreizehnten Jahrhundert ein Dichter überStellen in den Bann gethan worden wäre, worüberden Jeloten des achtzehnten die dummen Augen zumKopfe heraus schwellen.
Ja, wird man mir nun einwenden, dem gesundenVerstände hast du freilich kein Äergcrniß gegeben; aber.Dichter, du solltest doch auch der Schwachheit schonen.Ich antworte hierauf: Es ist zwar wider meinen
Charakter, die Schwachheit nur unschuldiger Weise zuärgern; aber sich auch immer und ewig nach ihr zugeniren, gibt der Menschheit kein Gedeihen. Ich hütemich vor den Krankenstuben; wer heißt die Krankenzu mir kommen und von meinen Speisen naschen?Was ist wohl, ich will nicht sagen, Gleichgültiges,sondern selbst ausgemacht Gutes und Vortreffliches inder Welt, worüber sich schlechterdings keine schwacheSeele ärgerte? Der Gläubige ärgert sich über den Un-gläubigen; und der Ungläubige über den Gläubigen.Selbst über dich, —- wer steht dafür, daß nicht selbstüber dich, o Johann Ahrends wahres Ehristen-thum, Tausende sich schon geärgert haben, Tausendenoch ärgern werden?
Um derjenigen willen, die von der Originalitäteines darstellenden Werks und dem Verdienste seinesVerfassers, Gott weiß! was für seltsame Begriffehaben, muß ich offenherzig gestehen, daß ich den In-halt zu einigen Gedichten aus fremden Sprachen ent-lehnt habe. Man bilde sich aber nicht ein, als ob ich