Druckschrift 
3 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 2
Entstehung
Seite
2
Einzelbild herunterladen
 

2

Meerbusen, in einiger Entfernung von Keircik-Thura,und er sah sich gezwungen, die Nacht am Ufer zuzu-bringen. Am folgenden Tage griff er das Heer Fro-thals, des Königs von Sora, an, welcher den Kathullain seinem Pallast belagert hielt, besiegte Frothal ineinem Zweikampfe, und nahm ihn gefangen. Die Be-freiung von Karrik-Thura ist der Gegenstand diesesGedichts, in welches jedoch einige Episoden eingewebtsind. Nach der Ueberlieferung war dies Gedicht einemKuldee, oder einem der ersten Christlichen Miffionaricnzugeeignet, und Ossian führte darin den Geist des Loda,wahrscheinlich des Skandinavischen Odin, zum Gegen-sätze der Lehre des Kuldee auf. Dem sey, wie ihmsey, cs leitet uns in Ossians Vorstellungen auf einhöheres Wesen, und zeigt, daß er dem Aberglaubennicht ergeben war, der vor Einführung des Christen-thums die ganze Welt beherrschte.

Hast du vollendet deine blaue Bahn, goldlockigeTochter des Himmels? Der Abend schließt die Pfortenauf. Hier ist dein Ruhegemach. Die Meereswogenumringen dich, in deiner Schöne dich zu schauen. Sierichten die bebenden Häupter empor; betrachten deinenholden Schleif; und fahren zagend zurück. Ruh' indeiner schattigen Grotte, ruh', o Sonne, sanft, undkehr' in Wonne zurück!

Doch zündet nun tausend Kerzen an, zu den Har-fengesängen von Selma! Der Glanz erfülle die Halleumher! Denn wiedergekehrt ist der Wirth des Muschel-