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und es geschah ein feierlicher Auszug in den Tempel,woselbst geopfert wurde. Leukon und Rhode warenauch unter der Menge; nicht so wohl um Antheil andem Feste zu nehmen, als etwas von Anthien auszu-forschen. Indem trat Hippothous mit Anthien in denTempel. Sie warf ihren Blick auf ihre Weihstücke,und dachte an die verflossenen Zeiten zurück. „ O du,Hub sie nun an, die du auf alle Sterblichen und ihreHandlungen herab lächelst, o Sonne, warum überfle-hest du mich Arme denn allein? Ach! wie glücklichwar ich, als ich ehemals mit meinem Abrokomas hierbetete, und dir Opfer darbrachte! Jedermann priesmich glückselig. Nun aber bin ich aus einer Freieneine Sclavinn, und aus einer Glücklichen eine Elende,eine Gefangene geworden. Nun muß ich allein nachEphesus zurück kehren, und vor den Meinigen ohneden Abrokomas erscheinen." So sprach sie, und zer-floß dabei in Thranen. Darauf bat sie den Hippo-thous, daß er ihr erlauben möchte, eine Locke vonihrem Haupte zu nehmen, und sie der Sonne für dasWohl ihres Geliebten zu weihen. Als nun Hippothousihr solches vergönnte, so schnitt sie von ihren Haaren,so viel sie konnte, ab, ersah die Gelegenheit, als Nie-mand mehr zugegen war, und hing sie mit dieser In-schrift auf: „Anthia weiht für ihren geliebten Abro-
komas der Gottheit diese Locke." Als dieses gesche-hen, betete sie, und ging mit dem Hippothous vondannen.
Leukon und Rhode, die unterdessen dem Zuge nach-gefolgct waren, traten jetzt wieder in den Tempel, und
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